Samstag, 25. April 2009

NATIONHYMNE und nicht NATIONALHYMNE DEUTSCHLAND





Bitte beachten: Die neuest Fassung der Nation-Hymne steht im Blog "Bundes-Präsident"
Siehe auch meinen Knol-Artikel.


1. Strophe HvF + micha vRhein

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
die uns stets zusammen hält.
Von den Küsten zu den Alpen,
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!


2. Strophe HvF + micha vRhein




Präzision und deutsches Wissen,
Finder-Geist auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten guten Klang.
Uns für Taten zu begeistern
unser ganzes Leben lang,
lernen wir von edlen Meistern,
lehrt uns dieser Fest-Gesang.


3. Strophe HvF Hoffmann von Fallersleben + micha vRhein




Freiheit, schöpferisches Leben
überall im deutschen Land!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das ehrenhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.


4. Strophe micha vRhein

Deutschland haben wir zur Seite!
Frieden will das ganze Land.
Restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.


5. Strophe micha vRhein

Humboldt-Universitäten,
Sprachenschulen und Museen
werden Deutschland weiterbringen,
Ziele vor den Augen seh'n.
Jung, mit allen wachen Sinnen,
formen wir das schöne Land.
Neue Zeiten zu beginnen,
liegt in unsrer aller Hand


6. Strophe micha vRhein

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Beethoven uns ganz gehöre,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.


7. Strophe micha vRhein




Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand.
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band.
Hohe Werte auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
wollen lernend wir erfassen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!






Das Zusammenhalten Deutschlands wünschte sich Hoffmann von Fallersleben, siehe Bild, als Deutschland in Einzelstaaten zerrissen war. Das Zusammenhalten, nachdem Deutschland eine Nation geworden war, hat eine andere Bedeutung. Zum Schutz und Trutz zusammenhalten kann dann militärisch gedeutet werden.

Unter Reichspräsident Friedrich Ebert verlagerte sich das Zusammen-halten auf die ehemalige Gebiets-Umgrenzung, die Fallersleben vorgab, weil durch die Pariser Vorort-Verträge Gebiete abgetreten werden mussten. Das Deutschlandlied war dann ein intellektueller Aufstand gegen die Verträge.

Unter Hitler war das Zusammenhalten eine Verbrüderung im ausufern-den Verbrechen einer selektierenden diktatorischen Partei.

Unter Kohl/Schröder/Merkel ist das Zusammenhalten das Bemühen um den Erhalt der Grundsubstanz in einem Ausverkaufs- und Ver-schuldungs-Prozess.

Der Internet-Schreibtisch möchte das Zusammenhalten der Nation am liebsten nicht noch einmal auflegen, weil es immer Menschen sind, die zusammenhalten. Besser wäre sicherlich ein Text, der aus dem Blickwinkel der Menschen geschrieben wurde, nicht aus dem Blickwinkel einer Nation. Die Nation wird ohnehin mehr und mehr ein Integrations-Gebiet Europas. Wichtig wäre aber, gerade dann unsere Kultur zu erhalten.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, nicht mehr länger am "Zusammenhalten" Fallerslebens zu kleben und das kulturelle Profil in den Vordergrund zu stellen. Das bedeutet unter anderem: einige wenige Minaretts mögen verträglich sein, ein ganzer Windpark davon nicht.


Ich hoffe, die Hymne ist jetzt einfach und unmissverständlich genug, um der Liebe zum Land eine persönliche Chance zu geben Anmerkung1 und Anmerkung2 Die Nation-Hymne wäre nun vielleicht sogar die schönste Nationalhymne aller Länder - wenn die dritte Strophe, die jetzige Nationalhymne, nicht wäre. Das Wort "streben" darin, verbunden mit der Zeile "brüderlich mit Herz und Hand", der Begriff "Glückes Unterpfand" und die Glücks-Hudelei der beiden letzten Zeilen wollen mir innerhalb einer National-Hymne nicht so recht gefallen, innerhalb des Burschenschafts-Liedes von Fallersleben, gesehen im geschichtlichen Kontext, dagegen schon eher. Was machen wir nun? Soll die Überlegung Konsequenzen haben? Die dritte Strophe kann die jetzige Nationalhymne bleiben, sie kann aber auch neu umgedichtet werden. Am besten wird diese Entscheidung aufgeschoben. Oder?

Wenn eine Umdichtung versucht wird, dann macht es Sinn, einer fatalen Entwicklung entgegenzuwirken, die Deutschland gegenwärtig bestimmt: immer mehr Menschen verlieren ihre Freiheit, ihre Entscheidungs-Freiheit, ihre Chancen und Möglichkeiten, weil ein erpressbarer Staat die Schulden-Schleusen geöffnet hat, Unfreiheit hereinlässt, und weil Privatverschuldungen und Abhängigkeiten eklatant zugenommen haben. In diesem Sinne tausche ich mal die Strophe der Nationalhymne aus, stelle aber anheim, sie wieder hinein zu stellen, wenn es mehrheitlich gewünscht wird.

Fallersleben stellte die Freiheit an die dritte Stelle, die Umdichtung stellt sie an die erste, Kreativität in einer verbesserungs-würdigen Demokratie und im Leben eines jeden an die zweite. Die erste Zeile wird in der fünften variiert, Recht und Chancengleichheit hineingenommen. Daran fehlt es. In der ersten Zeile hätten wir die schöpferische Komponente der Deutschen, der Selbständigen, der Kreativen in Kultur, Wissenschaft, Forschung und den Künsten. In der fünften Zeile hätten wir ebenfalls eine schöpferische Komponente der Auszubildenden, Angestellten, Arbeiter, der Gewerkschaft, die des Rechtes und der Chancengleichheit bedürfen. Gut so? Das Band in der sechsten Zeile haben wir gleich zu einem "ehrenhaften Band" gemacht (im Unterschied zum einigenden Band der letzten siebten Strophe), da Arbeitgeber und Arbeitnehmer einer Harmonisierung bedürfen, damit keine Ungerechtigkeit entsteht und beide Seiten die schöpferischen Möglichkeiten der jeweils anderen anerkennen und respektieren. Auch die siebte Strophe wurde untersucht und stellt eine Änderung in den Raum Amerkung3.

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Anmerkung1 am 7/Mai/2009 0:30+1:

Vor vier Stunden erreichte mich die Email eines jungen, achtzehn-jährigen Deutschen, der sich zum Lied Gedanken machte.

1. Absatz das Wort "Profil" würd ich ersetzen. Profil sagt nichts von deutscher Heimat aus sondern is nur nen englischer Begriff -.- Ich würde z.B. Werte oderTugen oder wie das heißt^^ nehmen.

3. Absatz das Wort "neue deutsche Land" würde ich mit:
"Freiheit, schöpferisches Leben
für das deutsche Heimatland!"
Beide Anregungen sind umsetzbar. In der ersten Strophe könnte es statt "wenn sie ihr Profil behält" ebensogut heißen "wenn sie ihren Wert behält". In der dritten könnte es statt "für das neue deutsche Land" ebenfalls ohne Probleme heißen "überall im Heimatland". Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt, das in meinen Ohren missliebige Wort "für" los zu werden. "Für" kann leicht ein Wort für Menschen sein, die in Kategorien des Bekommens denken, im Widerspruch zum Schöpferischen. Und das "neue Land"? Ich hatte versucht, das Nachkriegs-Deutschland, besonders nach der Wiedervereinigung, zu umschreiben. Die Wiedervereinigung stellte jedoch einen Teil des alten Zustands wieder her. Das Neue an Deutschland ist eventuell in der zweiten Strophe schon ausreichend beschrieben mit der Zeile "ihren neuen guten Klang!".

Das Wort "Heimat" hätten wir nach der Änderung zweimal, in der ersten Strophe "geht uns unsre schöne Heimat" und dann eventuell nun noch in der dritten "überall im Heimatland", einmal "Heimat", das andere Mal "Heimatland". Obwohl ich mich gegen doppelte Begriffe normalerweise sträube, könnten sie unter dem Gesichtspunkt einer Nation-Hymne durchgehen. Die Jugend will es offenbar so, nun denn! Ich schlage vor, in dieser Anmerkung die letzte Fassung zum Vergleich festzuhalten und oben, in der fett gegebenen Endfassung, den Text entsprechend zu ändern.

Das frühere Wort "Einigkeit" wird in eine aktive Form umgewandelt, in aktives Denken, über Begritte wie Einigkeit oder Einheit hinaus, deren abstrahierter Gehalt durch die Endung "eit" zum Ausdruck kommt. Das Wort Freiheit verträgt die Abstraktion übrigens besser, da es sich um eine naturgegebene Sehnsucht handelt, die im Menschen verwurzelt ist. Einigkeit und Einheit können viel leichter als aufgezwungene Einheits-Diktatur enden. Einigkeit wird durch die Worte "überall", "alle" und "allesamt" aktiv demontriert, weil das Ziel lohnt.




überall im Heimatland!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!

Unveränderte vorherige Fassung der ersten und dritten Strophe:

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
wenn sie ihr Profil behält.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!




Freiheit, schöpferisches Leben
für das neue deutsche Land!
Danach lasst uns alle streben
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das ehrenhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.

Anmerkung2 aufgrund einer letzten Anregung:

siehe den Text dazu hier


Amerkung3 am 9/Mai/2009 9:15+1

Statt

Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

heißt es jetzt:

Wahres Deutschland auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt:
Meister bleiben unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

und nun, am 10/Mai/2009:

Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand,
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band!
Bund der Deutschen auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt:
Meister bleiben unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Und daraus wurde noch am gleichen Tag eine andere Lösung:

Und, die Heimat tief im Herzen,
reichen wir der Welt die Hand,
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das allerbeste Band



unsrer Werte. Auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
bleiben Werte unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Daraus war vorübergehend folgendes geworden:

Und, die Heimat tief im Herzen,
reichen wir der Welt die Hand,
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das allerbeste Band
unsrer Werte. Auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
bleiben Werte unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!


Und weil diese anderen Lösungen mir am nächsten Tag dann wieder nicht gefielen, kam es soeben zu einer überraschenden Gedanken-Wende, dass wir Deutschen auf der Weltbühne getrost auch lernen dürfen:

Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand.
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band.
Hohe Werte auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
wollen lernend wir erfassen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Erläuterung: damit ist beispielsweise gesagt, dass wir uns gerne wieder mit den alten Griechen vertraut machen sollten, um hohe Werte aufzufrischen. Sie sind heute allesamt nahezu verloren gegangen. Diese Wende macht die siebte Strophe nun flugs zu meiner Lieblings-Strophe, wenn ich mir eine persönliche Bemerkung erlauben darf, zumal ich jetzt ein Ende des Hymnen-Marathons erkenne, welch ein Segen!

Die alte Fassung hatte ich so verteidigt:

Die siebte muss ich vielleicht etwas erläutern, in ihr steckt am meisten "Dichtung". Das Wort "Bild" bezieht sich auf das Bild von Terrassen, die von unten betrachtet werden und auf denen die Werke unserer Väter aufgestellt sind. Es sind die Meisterwerke. Damit ist klar, dass die Destruktion Hitlers auf keiner dieser Terrassen Platz hat. "Meisterwerke sie gegossen" soll die Unvergänglichkeit dieser Werke betonen. "Strahle Deutschland, strahl wie Gold" bezieht sich einerseits auf den Anblick der Terrassen mit den unvergänglichen Werken unserer schöpferischen "Väter", obwohl auch Meisterwerke von Frauen dabei sind, zum Beispiel Hildegard von Bingen und viele andere. Die letzte Zeile bezieht sich gleichzeitig auch auf die Farbe Gold in unserer Fahne. Um die letzte Zeile abzusetzen, mache ich aufgrund deiner Anregung die Interpunktion anders,

Blühe Deutschland auf Terrassen
unserer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Die Interpunktions-Änderung reichte irgendwie noch nicht. Da fiel mir heute die radikale Änderung ein. Die "Väter" wurden gestrichen, denn es sind auch "Mütter" beteiligt, wie ich selbat eigens schrieb. Da vorher in der Strophe von "Welt" gesprochen wurde, können sich die Terrassen auf die Geschichte dieser Welt beziehen, in die Deutschland eingebettet ist. Wenn wir aber die Geschichte betrachten, fällt die Nation auseinander. Die enger empfundene jeweilige "Heimat" wäre wohl ehrlicher. Die euphorische Vision Hoffmann von Fallersleben, die am Ende indirekt zu einer katastrophalen Nationalisierung mit halben Welt-Untergang geführt hat, ist nur erträglich, wenn Deutschland als Kulturland definiert wird.

Wird am Ende etwas von der Aura einer Nation weggenommen, kann die erste Strophe mit "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt" nicht mehr so gut gefallen. Die Ehrlichkeit mit sich selbst führt deshalb zu Zweifeln, weil die euphorischen visionären Zeilen Hoffmann von Fallersleben indirekt zum völligen Zusammenbruch einer übertrieben nationalistischen Nation geführt haben - und zu einem Kollaps der Weltkriegs-Gegner mit Millionen Opfern. Der einzige Trost: Deutschland wird in der Nation-Hymne als Kultur-Land beschrieben, das Eroberungs-Denken ist raus, das Nationalistische ist raus. Unter diesem Aspekt lasse ich Hoffmann von Fallersleben zu Anfang des Liedes erstmal bestehen. Mir fällt auch nichts Besseres ein.

Den Neonazis, die immer die von Hitler bevorzugte Strophe singen wollen, muss aber auch der Wind aus den Segeln genommen werden. Das geht nur, indem die Zeilen bestehen bleiben, die weiteren Veränderungen aber einen anti-nationalistischen, einen dafür kulturpatriotischen Sinn ergeben. Das Volk hing auch an den ersten beiden Zeilen. Sie wurden ihm genommen, weil unfähige deutsche Regierung immer nur kürzen können, statt etwas zu gestalten. Sie kürzten die Hymne auf artige, dem Ausland hörige Unverbindlichkeit, sie kürzten auch das Volksvermögen, bis ein Schulden-Loch entstand, von der Größe Niedersachsens etwa, nur ihre Diäten kürzten sie nicht.

Noch ein Nachtrag zur ersten Strophe, am 11/Mai/2009 22.05+1

Die erste trotzt politischen Widrigkeiten und beharrt trotzig auf einer abgesteckten Gebietsumgrenzung gegen Angriffe von außen, wie ein durch napoleonische Kriege gebranntes Kind. Innerhalb eines historischen Burschenschafts-Liedes hat dieser Nachhall seinen tiefen Sinn. Innerhalb einer Hymne ist der Text überholt, eignete sich leider dann für eine nationalistisch und militaristisch durchgeknallte Nation. Wird statt der Nation die Heimat angesprochen, dominiert der dauerhafte, ewig gültige landschaftliche Aspekt. Darauf sollte sich die Liebe zum Land beziehen, die Politik sollte draußen bleiben. Wir sehen ja, wie kurzlebig und verhängnisvoll Politik sein kann.

Dann aber sollte unsere Liebe nicht an eine Bedingung geknüpft sein wie "... wenn sie ihren Wert behält". Und wenn Werte verschleudert werden, wie es derzeitige Regierungen machen? Was dann? Keine Liebe mehr? Wir sehen also, dass auch hier ein Rest von Fallersleben, nämlich die Bedingung, eigentlich schadet. Als Alternativen stehen zur Auswahl:

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat
unter ihrem Himmelszelt.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
und in jeder Jahreszeit.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
gleich in jeder Jahreszeit.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
gleich in welcher Jahreszeit.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat
unter jedem Wetterzelt.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
selbst wenn dunkler Donner grollt.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

vorherige Fassung:

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
wenn sie ihren Wert behält.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!
Ich entscheide mich für die vierte meiner hier aufgeführten Alter-nativen. Darüber kann auch diskutiert werden, andere Vorschläge können jederzeit gemacht werden. Eine solche Beteiligung kann namentlich erwähnt werden, wenn sie erfolgreich war. "gleich in welcher Jahreszeit."reizt mich deshalb, weil die Jahreszeiten in Deutschland ein solches Gewicht haben, dass sie beispielsweise von Phillip Otto Runge explizit gemalt wurden. Die Jahreszeiten in Mitteleuropa sind etwas Besonderes und ganz anders als weiter nördlich oder südlich auf der Erdhalbkugel. Dementsprechend besonders sind auch die Tageszeiten. Der Morgen, den Runge gemalt hat, lässt sich mit viel Geschick und Sinn für die Natur in ganz stillen Winkeln Deutschlands möglicherweise auch heute noch beobachten. Das hektische Konsum-Deutschland sollte gelegentlich zur Natur zurückfinden und die noch verbliebenen versteckten Winkel zum "Heiligen Land" erklären. Wir verstehen jetzt, warum die erste Strophe der Nationhymne von Politik, Macht und Trotz befreit wurde.

In der zweiten Strophe macht mir die Zeile "gibt der Bildung ihren Rang" den betulichen Eindruck einer Empfehlung des Bildungs-Ministeriums an das Volk. Gut, dass ich das Manko noch rechtzeitig, heute am 14/Mai 2009, entdeckt habe. Darum ändere ich in "was auch früher schon gelang!" Die Jüngeren brauchen aber die Vorstellung, dass alles gelingen kann. Die USA bezeichnen sich als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", das gab den Einwanderern und den jeweils heranwachsenden Generationen das nötige Selbstbewusstsein. Also: auf zu neuen Ufern, "was auch früher schon gelang"!

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Nachtrag am 4/Juni/2009

Heute stellte sich die Frage, welche von den sieben Strophen bei welchen Anlässen theoretisch gesungen werden sollte. Im gleichen Moment gefiel mir die derzeitige Nationalhymne, die dritte Strophe, genau so gut wie allen, die damit zufrieden sind und sie für ausreichend halten. Aus diesem Grund bin ich manchmal nah dran, meine ganze Bemühung und die Nation-Hymne über Bord zu kippen. Im nächsten Moment halte ich sie wieder für notwendig. Das liegt an der Gewohnheit. Es ist schwer, sich innerlich umzustellen und etwas Vertrautes zu hinterfragen.

Auf jeden Fall eignet sich die siebte Strophe für alle nationalen Ereignisse im Ausland, natürlich auch im Inland. Sie ist es wert, von anderen Ländern zitiert zu werden. Sie ist das Gegenteil von Nazi-Deutschland, ein Bekenntnis auch für andere Qualität weltweit - und für alle denke ich sympathisch. Die anderen Strophen können je nach Ereignis ausgewählt werden.


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Nachtrag 19/Mai/2009


Nation-Hymne statt Nationalhymne?

Gehören die Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" zur deutschen Identität?

Die Nationalhymne der USA schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist abstrakt. Jede gesellschaftliche Gruppe kann jeweils eine andere Bedeutung hineinlegen. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Daher entstand eine Nation-Hymne mit sieben Strophen. Ob sie eines Tages angenommen wird, das weiß selbst die Unke in der Weltkugel nicht, obwohl sie sich auf Vorhersagen spezialisiert hat.

Die Nationalhymne beginnt mit den Worten "Einigkeit und Recht und Freiheit". Das historische Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben beginnt mit den Worten "Deutschland, Deutschland über alles", nicht über allem wohlgemerkt, denn der Germanistik-Professor erwartete von seinen Studenten, für die das Burschenschaft-Lied geschrieben worden war, dass sie im Kopf etwas ergänzen, zum Beispiel "Deutschland, Deutschland liebe ich über alles" oder "Deutschland, Deutschland geht mir über alles". Und um was ging es? Vor allem um die Einigkeit des zersplitterten Landes gegen Angriffe von außen, in Erinnerung an die Napoleonischen Kriege. "Einigkeit und Recht und Freiheit" hatten für den Dichter auf Helgoland eine patriotische Bedeutung, um staatliche Einheit, militärische Stärke und einen "brüderlichen" Zusammenhalt herbeizuführen. Das brüderliche Zusammenhalten zum Schutz und Trutz und das brüderliche Streben mit Herz und Hand für das Vaterland sind klare Aussagen für ein Wappnen des Landes, um zu bestehen.

1870/71 war es soweit, Frankreich wurde geschlagen. Ein milder Friede folgte. Trotzdem scheiterte Otto von Bismarck mit seiner klugen Balance-Politik schließlich an den Deutschen selbst. Sie wurden mächtig selbstbewusst. Das Deutschlandlied wurde beiseite geschoben. Das Wort "Einigkeit" reichte nicht, die Worte "Recht und Freiheit" passten nicht so recht ins Kaiserreich.

Als der Erste Weltkrieg verloren war, griffen die Demokraten der Weimarer Republik nach dem Lied. Sie wollten mit der Gebiet-Abgrenzung in der ersten Strophe "Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" gegen die Gebietsverluste aufgrund der Pariser Vorort-Verträge indirekt zu protestieren und die alte Größe Deutschland in der neuen Nationalhymne festschreiben, ein hochpolitischer und aggressiv nationaler Vorgang. So wundert es nicht, dass die Nationalsozialisten mit ihren anfänglichen Gebiets-Annektionen im Sinne einer Rückgewinnung die Herzen der Deutschen höher schlagen ließ, zumal die Versailler Verträge als ungerecht empfunden wurden und die Bürde der Reparationen Armut erzeugt hatte. Nationalhymne wurde dann nur die erste Strophe des Deutschlandliedes zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied, das heute verboten ist. Wieder, wie im Kaiserreich, war das Wort Einigkeit in der dritten Strophe überflüssig. Einigkeit erreichte Hitler durch Zwang, Konzentrationslager und Massenmorde. Die erste Strophe war nach dem Geschmack des Diktators, hier und da wurde geschrieben: "Deutschland, Deutschland über allem". Und so war es von ihm auch gemeint. Wiederum folgte ein Sieg über Frankreich. Deutschland geriet geradezu in Verzückung, Hitler wurde zum Gott, "über allem". Am Ende "triumphierte" er jedoch über den Zusammenbruch Deutschland in Schutt und Asche. Da wurde aus dem "Gott" ein Selbstmörder, der sich aller Verantwortung entzog. Viele seiner schuldbeladenen Helfer setzten sich nach Südamerika ab. Was machten die Deutschen nun mit ihrem "Deutschlandlied"?

Adenauer setzte sich gegen Theodor Heuss durch und holte alle drei Strophe aus der Schublade, denn er war es leid, im Ausland mit Heidiwitzka-Kapitän empfangen zu werden. Die beiden ersten Strophen waren mit dabei, wurden aber ein wenig "versteckt", denn zu feierlichen Anlässen wurde die dritte Strophe gesungen. Die Alliierten mochten die erste verständlicherweise nicht. Deutschland hatte zu gehorchen.

Seit dem Mauerfall und der Vereinigung von West- und Mitteldeutschland wurde die erste Strophe noch etwas mehr "versteckt", wenn auch nicht verboten, da nun ganz offiziell nur die dritte Strophe Nationalhymne wurde und daher besonderen Staats-juristischen Schutz genießt. Einigkeit und Einheit wurde inhaltlich vermengt, der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, war zufrieden. Sollten wir diese Zufriedenheit teilen?

Die Begriffe

Einigkeit und Recht und Freiheit

verwandelten sich im historischen Kontext unter den Prämissen jeweiliger Politik. Für Menschen in einem Fußball-Stadion klingen die Worte ganz anders, nämlich ihren vereinfachten Vorstellungen gemäß folgendermaßen:

1. Wir sind uns einig, Deutschland wird gegen Argentinien gewinnen
2. Recht und Freiheit sind auf unserer Seite
3. "für das deutsche Vaterland" wird als Verstärkung der Einigkeit im Stadion empfunden
4. "Blüh im Glanze dieses Glückes" ist wie eine Voraussicht auf die Größe Deutschlands im Falle eines Sieges über Argentinien, um beim Beispiel zu bleiben

Die National-Hymne, die dritte Strophe des Deutschlandliedes, ist abstrakt genug, um für ein jeweiliges Ereignis innerlich zurecht gedeutet zu werden.

Bedeutet es also, daß im Fußball-Stadion Deutschland auf Fußball reduziert wird? Das Selbstverständnis der Deutschen hüpft von Ereignis zu Ereignis, weil es im Lied selbst nicht definiert wird. Das ist das Problem. Nicht das Land steht im Mittelpunkt, sondern jeweilige Einheits-Emotionen stehen im Mittelpunkt.

Nehmen wir ein gegensätzliches Beispiel, die amerikanische Hymne. Sie schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist gleichzeitig abstrakt und aufgrund ihrer Begriffs-Hülsen auch schwammig, da jede gesellschaftliche Gruppe sie für sich zurecht deuten kann. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Nicht einmal irgendeine Liebe zum eigenen Land kann irgendwie in der derzeitigen Nationalhymne besungen werden. Immigranten, Kinder, Schüler heben an und verstehen die politischen Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" nur vage.

Die politische Deutung dieser Begriffe verwandelt sich angesichts der neuen Schulden-Politik Deutschlands geradezu katastrophal. Nennen wir die Begriffe noch einmal: Einigkeit und Recht und Freiheit. Ist aber Einigkeit für eine Demokratie das richtige Wort. Eine Partei kann Einigkeit demonstrieren, ein demokratisches Land lebt aber gerade von der Vielfalt der Sichtweisen. Einigkeit hat immer den Stallgeruch undemokratischer Systeme und erinnert an die Penetranz erzwungener Einigkeit.

Die undemokratische Einigkeit wurde jedoch anlässlich der deutschen Einheit festgeschrieben und gerät deshalb nun in die Kitschzone, oder ins Fussballstadion, weil dort Einigkeit gegen den Angriff eines Gegners die Herzen beflügelt. Trotz der Fussballer bleibt das Wort hochpolitisch.

Nehmen wir nun die beiden Begriffe Einigkeit und Recht. Einigkeit ist eine politische Forderung, Recht das Bekenntnis eines Staates, die exekutive Gewalt ausüben zu können. Beide Begriffe kommen "von oben" auf den Bürger herab, der das schluckt und brav dahersingt, sogar zu feierlichen Anlässen möglichst getragen.

So gesehen ist die Freiheit, die angehängt ist - Einigkeit und Recht und Freiheit - die politische Freiheit eines Staates, nach alternativlosen Wahlen über den Bürger zu bestimmen und ihm geradezu Freiheiten zu nehmen. Auch hier singt der Bürger brav das, was von oben kommt, von einer Freiheit, die ihm an sehr vielen Stellen und sehr vielen Lebensbereichen genommen wurde, die eine Politklasse innehat, die sich die Freiheit herausnimmt, aufkosten der Bürger immer astronomischere Schulden zu machen, der sich die Freiheit herausnimmt und lügt, er mache es ja für kommende Generationen, ohne zu fragen, ob diese ein zubetoniertes und unfreiheitliches Deutschland auch wollen und damit einverstanden wären. Ich wette, sie wären es nicht, wenn sie eine Stimme hätten. Sie haben keine, weil es nur den Staatsanwalt, jedoch nicht den Bürgeranwalt parallel dazu gibt.

Die Nationhymne stellt nun die Freiheit, die verloren gegangenen Freiheiten der Bürger, in den Mittelpunkt, beschreibt Deutschland von seiner schönen kulturellen Seite und nimmt die Politik als gestalterischen Teil der Gesellschaft heraus. Die "Nation-Hymne", hat sieben Strophen und berücksichtigt Hoffmann von Fallersleben, wo es nur irgendwie ging. Sicherlich ist das Feuer, das ihn damals auf Helgoland beseelte, im neuen Lied erhalten geblieben. Darauf kam es an. Die Aufgabe sah ich darin, das Lied für die Ebene einer Nationalhymne umzugestalten, da diese Ebene ursprünglich mit dem Burschenschaftslied nicht beabsichtigt war.

Unter diesem Aspekt sind die Umgestaltungen der ersten drei Strophen zu betrachten. Das patriotische Feuer Hoffmann von Fallersleben kommt sicherlich zu Beginn der ersten Strophe besonders gut zum Ausdruck. Zugleich sind diese Zeilen im 20. Jahrhundert politisiert und verdorben worden. Trotzdem besteht eine Sehnsucht der Deutschen, ihre Liebe zum Land wieder singen zu dürfen, das weiß ich, das kam bei der Weltmeisterschaft in Bern zum Ausdruck. Darum habe ich dafür gesorgt, dass eine Strophe entsteht, die dieser Sehnsucht nachgibt und ein Text eingebettet ist, der die Intention Hoffmann von Fallersleben "rettet" und gleichzeitig unbedenklich ist, auch für Menschen, die gleich mit dem Wort Chauvinismus operieren. Objektiv ist gegen eine unbedenkliche Art, im Lied seine Liebe zum Land zum Ausdruck zu bringen, für jeden auf der Welt verständlich, weil es den Menschen mit ihren Heimatländern genauso geht. Also bitte nur den kulturpatriotischen Gehalt erkennen, mehr steckt in der Umgestaltung nicht drin, weder Nationalismus noch Chauvinismus, sondern eine Chance für unsere kommenden Generationen, unser Land gut zu erhalten.

Die zweite Strophe wurde immer etwas stiefmütterlich behandelt, obwohl Hoffmann von Fallersleben an den bedeutendsten Lyriker des deutschen Mittelalters, Walther von der Vogelweide, dachte und also tief in wertvolle deutsche Geschichte hinein griff. Die Strophe nenne ich mal die Burschenschaft-Strophe. Sie hat einen pädagogischen Gehalt und erinnert an den Edelmut früherer Zeiten. Edelmut ist ein Wort geworden, das in heutiger Politik und Wirtschaft fast wie ein Fremdwort wirkt. Dabei ist das Wort urdeutsch. In diese Richtung geht die Umdichtung für eine Nation-Hymne.

Die dritte Strophe und jetzige Nationalhymne wurde wegen der genannten Begriff-Hülsen zu einem Problem. Ursprünglich wollte ich sie unverändert einbetten. Aber dann würde die Chance vergeben werden, die Freiheit an den Anfang zu stellen. Sie ist der wichtigste Teil. Doch nun, nach langer Vorrede, das veränderte Lied, das übrigens in der vierten Strophe ein Zitat von Tucholsky von 1929 enthält "Ja, wir lieben dieses Land". In der siebten Strophe geschieht dann noch etwas einmaliges. Sie enthält nämlich das Bekenntnis, von hohen Werten aus Gegenwart und Geschichte der ganzen Erde lernen zu können. Die Hymne siehe oben.



Philipp Otto Runge 1777 bis 1810 Der Morgen 1808

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Nachtrag am 24/Juni/2009

Meine bisherige Fassung lautete (die heute veränderte siehe oben):

Deutscher Fleiss und deutsches Wissen,
deutscher Sport und deutscher Sang
sollen in der Welt behalten
ihren neuen guten Klang!
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang
Lässt uns alle alles meistern,
was auch früher schon gelang!

Ein Fehler in der Interpretation der originalen Strophe von Hoffmann von Fallersleben leitete ein Umdenken ein. Mein Fehler bestand darin, das Komma hinter dem Wort Klang in der vierten Zeile leider übersenen zu haben. Das Komma ist ein "Und", somit lautet der Sinngehalt der folgenden beiden Zeilen: "Und sollen uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang",
nämlich, nochmals wiederholt: Deutsche Frauen, Deutsche Treue ...

Aufmerksame Leser der Original-Strophe werden die richtige Interpretation von Anfang an erkannt haben. Ich aber war unaufmerksam. Leider, ich gebe es zu. Mit der richtigen Lese-Art strahlt diese Strophe eine immense Tiefe aus, die in die deutsche Geschichte bis in die Zeit des Minnesangs hineinreicht. Ich bin froh, meine dumme Fehldeutung gestern plötzlich erkannt zu haben.

Damit fällt die bisherige Ersatz-Strophe qualitativ ab. Sie muss durch das Original ersetzt werden. Oder aber sie wird so verbessert, dass sie als Alternative bestehen bleiben kann. Die zweite Zeile hätte ich erst einmal in diesem Sinne gerne geändert: "Deutscher Sport auf hohem Rang", Singsang ist mit der sechsten Strophe hinreichend gewürdigt. Aber wenn ich anstelle der schwachen letzten Zeile keine bessere Idee habe, lasse ich die Ersatz-Strophe unter den Tisch fallen und halte an der Original-Strophe fest.

Ausdrücklich sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Nation-Hymne offen ist. Alle Deutschen sind aufgefordert, selbst zu überlegen, Vorschläge zu machen, neu zu dichten, umzudichten, zu korrigieren, zu verbessern. Leider kamen keine Reaktionen, weil offenbar das Thema nicht aktuell oder wichtig erscheint. Der Zusammenhang zwischen fehlender deutscher Identität und fehlendem
kulturellem Patriotismus einerseits und unverantwortlichem, egoistischem Umgang mit Steuergeldern und ganzen Bevölkerungs-Schichten andererseits wird nicht gesehen. So bleibt die Sache vorerst an mir hängen. Ich wäre froh, damit zu einem Ende zu kommen.

"Was auch früher schon gelang!" schwächelt also. Welche Alternativen bieten sich an?

Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang
hören wir von alten Meistern
aus der Zeit des Minnesang - wäre eine solche Alternative. Da ich müde bin, lasse ich es vorerst dabei.


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Nachtrag am 27/Juli/2009

Am 21/Mai/2009 schrieb ich einen Brief per Email an die Präsidentin des Richard Wagner-Verbandes International e.V., Frau Prof. Eva Märtson, die jetzt den Ehrenvorsitz führt, mit der Bitte, Wolfgang Wagner diesen Brief zu übergeben. Darin empfahl ich die Nation-Hymne. Sie sei antinazistisch. Sie könnte die Verknüpfungen der Familie an Hitler lösen. Wagner sei darin erwähnt. Vielleicht wolle Wolfgang Wagner die Nation-Hymne aktiv unterstützen.

Leider erhielt ich keine Antwort. Stattdessen las ich in Wikipedia Abschnitte über den Antisemitismus Richard Wagners, die abgöttische Wagner-Verehrung Hitlers während seiner Wiener Lunger-Jahre und über seinen späteren Einfluss auf die Deutung des "Parcifal". Alles zusammen, die Ignoranz auf meine Email und der historische Zusammenhang, hat mich veranlasst, die sechste Strophe der Nation-Hymne zu ändern. Richard Wagner wurde heute heraus genommen.


Alte Version der Nation-Hymne sechste Strophe mit Wagner:

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Wagner tragend frei erklinge,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.

Neue Version der Nation-Hymne sechste Strophe ohne Wagner:

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Beethoven uns ganz gehöre,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.


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Idee am 10/November/2009

Die veränderte zweite Strophe hat es schwer, gegen das Vorbild im Deutschlandlied zu bestehen. Eine kleine Verbesserung wird wohl immer noch nicht ausreichen. Am Ende der zweiten Zeile fehlte ein Komma. Die letzte Zeile statt "aus der Zeit des Minnesang" vielleicht besser "lernen wir vom Minnesang". Dann sind nämlich die "alten Meister" nicht nur diejenigen aus der Zeit des Minnesang.

Deutscher Fleiß und deutsches Wissen,
deutscher Sport auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren neuen guten Klang!
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang



hören wir von alten Meistern,
lernen wir vom Minnesang.









Idee am 13/März/2010

Die zweite Strophe ist immer noch ein Problem, weil sie sich nicht separat eignet, zum Beispiel als Strophe bei sportlichen Anlässen wie Fußball. Dann stört nämlich der weite Bogen zum Minnesang, passt nicht. Das Manko entstand, weil versucht wurde Fallerslebens Idee zu "retten". Nun habe ich den Sport herausgenommen, die Stophe einfacher und vielleicht wirkungsvoller gestaltet:


Präzision und deutsches Wissen,
Finder-Geist auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten guten Klang.
Uns für Taten zu begeistern
unser ganzes Leben lang,
lernen wir von edlen Meistern,
lehrt uns dieser Fest-Gesang.

Erfindergeist und Präzision sind typische deutsche Eigenschaften. Etwas besser auch, dass die Betonung des Deutschen durch dreimal "deutsche(s)" wegfallen kann. Dadurch gewinnt die erste Strophe. Und das Begeistern, das Lernen vom Edlen, das Fallersleben meinte, ist trotzdem erhalten geblieben. Also tausche ich heute die zweite Strophe aus und setze die heutige Version oben ein.





Kommentare:

mvR hat gesagt…

Reformenminister Bossi will die bisherige Nationalhymne "Fratelli d'Italia" durch Verdis Gefangenenchor "Va' pensiero" ersetzen. Beim Koalitionspartner sorgt der Vorschlag für Entsetzen.

In der Schweiz wie in Italien wird über die jeweilig Nationalhymne diskutiert. Wenn eine Nation eine Nation ist, dann kann die Nationalhymne die Gemüter erregen. Da Deutschland keine Nation ist, sondern ein undefinierter Advokaten-Pudding mit Partei-Buch-Parasiten, denen es gar nicht um Deutschland geht, sondern um Machterhalt, bleibt es bei der Bequem-Lösung "Einigkeit ..."

mvR hat gesagt…

Als ein Wettbewerb für eine neue Nationalhymne Bulgariens 1964 keine überzeugenden Ergebnisse brachte, entsann man sich der Ferse und der Melodie eines populären Volksliedes von Zwetan Radoslawow aus dem Jahre 1885. Text und Melodie wurde jedoch grundlegend bearbeitet. Die Verse wurden von den Poeten Dimitar Metodiew und Georgi Dschagarow neu zusammen gestellt und die Musik vom Komponisten Dobri Christow professionell neu komponiert – alles jedoch nach dem Ursprungslied von Zwetan Radoslawow. http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/Theme_Geschichte/Material/090909.htm

Der Versuch eines Wettbewerbs in der BILD-Zeitung, eine neue deutsche Nationalhymne dichten zu lassen, initiiert vom ehemaligen Bundestags-Präsidenten Dr. h.c. Wolfgang Thierse (SPD), schlug unlängst ebenfalls fehl. Eine grundlegende Bearbeitung des Deutschlandliedes, wie sie in der Nation-Hymne ( http://solidar-partei.de/hymne.html ) vorliegt, wurde bisher nicht geprüft. Angeschrieben wurden u. a.

1. Bundespräsident Köhler
2. Bundeskanzlerin Merkel
3. Dr. Peter Gauweiler
4. Oskar Lafontaine

Das Beispiel Bulgariens zeigt wieder, dass es legitim und üblich ist, Nationalhymnen anzugleichen.