Sonntag, 4. März 2012

Kohl: Ich bin der Einheitskanzler, und ich sage euch, Einigkeit bedeutet 1:1 DM/Mark eingekaufte Einheit



Ein Wort, das die Nation-Hymne nicht enthält!

Helmut Kohl: Einigkeit bedeutet für mich und Sie zum Umtausch-Kurs von 1:1 eingekaufte Einheit – und ich bin der Einheits-Kanzler und Deutschland sind meine Landschaften und Europa ist mein Europa und meine Frau Hannelore?, "ach wissen Sie, Sie können einem auf die Nerven fallen".

Halbes Jahr später wäre die völlig herunter gewirtschaftete DDR fast umsonst zu haben gewesen. Davon war ich überzeugt. Der Macht-Politiker Kohl, der sich vor den Einheits-Prozess schob, ihn geradezu "vergewaltigte" und ihn nicht effektiv begleitete wie Genscher, verschleuderte Milliarden Steuergelder, um einen Platz in der Geschichte zu ergattern; etwas mehr Geduld hätte ein Schulden-Grab zwecks überhasteter Industrie-Förderung weitgehend verhindert und die Bevölkerung der DDR besser berücksichtigt. 

7/Maerz/2012 GMT+7 11:15 Einfügung

Kohl verweigerte ehemaligen Grund-Besitzern und Firmen, die von der DDR rechtswidrig enteignet worden waren, ihren Besitz, konsolidierte die Enteignungen und begründete dies damit, Gorbatschow hätte es zur Bedingung für die Einigung gemacht. Gorbatschow widersprach Kohl später. Es war eine Lüge Kohls. Vor Gericht entging Kohl knapp einer Beugehaft wegen einer verheimlichten Partei-Spende für die CDU. 

Lax wie mit dem Recht und mit Steuer-Mitteln für Mitteldeutschland ging Kohl mit der Nationalhymne um. Sie sollte nur noch mit dem Wort "Einigkeit" beginnen. Der Bevölkerung oktroyierte er diese Entscheidung. BP von Weizsäcker wurde in diese Entscheidung hineingezogen. Allein die kurze Beschreibung Kohls zeigt, dass alle drei Worte der ersten Zeile der National-Hymne gleich bei ihrer Zwangs-Einführung mit Füßen getreten wurden: das falsch interpretierte Wort Einigkeit, das Recht und auch die Freiheit, zertreten von egozentrischer Macht-Politik, die sich in seiner langjährigen Ehe so auswirkte, dass Hannelore Kohl schließlich Selbstmord beging. Medizinisch gab es ihre Licht-Allergie gar nicht. Sie unterlag einer psychischen "Vergewaltigung" und einer Untreue ihres Kanzler-Gatten und schied wie blind aus dem Leben. Sie konnte und wollte Deutschland nicht mehr mit den Augen Kohls sehen, sah aber keine Alternative. Die Deutschen müssen Deutschland, was ihre Hymne betrifft, mit den Augen Kohls sehen. Sie wehren sich nicht dagegen, wie Hannelore Kohl. Sie denken kaum nach. Sie überlegen nicht, dass die Nationalhymne verhindert, Liebe zum Land in Worten zum Ausdruck zu bringen. Sie verlagern ihre Liebe auf abstrakte Begriffe, die sich widersprechen und die, abgekoppelt vom Deutschlandlied und der Historie, kitschig sind, auch der jetzt unmotivierte "Glanz der Glückes".

Verfassung und Grundgesetz wurden den Deutschen aufoktroyiert. Die Siegermächte des Westens bestimmten den Ton. Ihnen folgten die Deutschen wie später den Diktaten Kohls. Trotz Grundgesetz versagten sie jedoch gleich bei der ersten Bewährung-Probe, der Anerkennung der Nürnberger Urteile über die Nazi-Verbrechen. Sie mogelten ehemalige Nazi-Größen in die Politik. Sie behinderten rechtliche Aufarbeitung, bis die Zeugen nun allmählich aussterben, scheinen Neonazis unterschwellig sogar zu unterstützen, ließen sie morden und taten kaum etwas. Neuerdings behindern sie die Aufarbeitung der Stasi-Verbrechen. Daran wird auch ein BP Gauck kaum etwas ändern. 

Eine wirkliche Änderung, eine eigene Leistung aus dem Volk, keine Fremdbestimmung, bedeutet die antinazistische Nation-Hymne. Gerade deshalb, muss ich annehmen, wird sie von Politik, Medien und einflussreichen Personen ignoriert. Offenbar brauchen die Deutschen das diktatorische Prinzip, sonst reagieren sie nicht. Nehmen wir es mit Humor. Ende der Einfügung.

Die isolierte dritte Strophe von HvF, von Helmut Kohl eingeführt und seitdem Nationalhymne allein, vom historischen Zusammenhang abgekoppelt, soll gerne doch weiter gesungen werden von denen, die sie möchten! Es ist ja auch wirklich zu lustig, wenn eine Nationalhymne betonungsmäßig mit einem Ei beginnt, Spiegelei, rohes oder gekochtes, an das "nig" und "keit" wie Tränensäcke angehängt werden müssen, damit ein Wort herauskommt, dessen Bedeutung oder Inhalt in Deutschland nicht vorkommt und niemals vorkam (außer bei Nazis nach Reden des Einpeitschers Josef Goebbels) und niemals vorkommen wird. Zur Erläuterung: Einigkeit, Einmütigkeit, Eine-Meinung-Gebot mag bei Paaren, in kleinen Gruppen, unter Freunden kurzzeitig ja recht schön sein, eine Einig-Volk-Einigkeit dagegen ist, war und bleibt immer nur diktatorischer Wunschtraum, Zwang, ethnische Säuberung, Shoah, Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Selektion und Freiheit-beraubende Überheblichkeit, Einigkeit, die andere zertrampelt, Demokratie-feindliche Wunsch-Einigkeit auch der Neonazis. Diese Einig-Volk-Einigkeit enthält leider nun auch die Nationalhymne gleich ganz am Anfang; bei BK Merkel wird auf Parteiveranstaltungen, auf denen sie regelmäßig den Text singen lässt, eine Einigkeit des Volkes mit der CDU suggeriert – eine sehr genehme Manipulation, und das Volk merkt es nicht. Im historischen Deutschland-Lied war das Wort Einigkeit lediglich ein Appell für einen einmaligen Vorgang, den Zusammenschluss von Klein-Staaten gleicher Sprache zu einer Nation, um neben anderen Nationalstaaten bestehen zu können. Sie kam nicht zustande, wurde von Preußen praktisch erzwungen. In Amerika bedeutete ein ähnlicher Vorgang Bürgerkrieg der Nord- gegen die Südstaaten.


Kleine Bemerkung am 8/Maerz/2012 GMT+7 12:50

Die Bilder-Google-Suche ist wieder nicht konsequent. Gestern kam nach dem Suchwort "Ich bin der Einheitskanzler" das Kolumnen-Bild mit dem Kohl-Ei noch ganz oben an erster Stelle, nach dem Suchwort "Enheitskanzler" noch an zwölfter Stelle in dritter Reihe von ca. 2500 Suchergebnissen. Heute ist das Bild hier wie da verschwunden. Es wurde "gemeldet", weil es eine durchdachte und äußerst wirksame Persiflage ist/war. Es wird wieder erscheinen, wenn der lange Arm der eitlen Politik-Klasse dann wieder zu kurz wird. Ich betrachte das vorübergehende Verschwinden als Erfolg. Die Kolumne soll möglichst nicht gelesen werden, weil ein selbst gebasteltes Politiker-Denkmal wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Die Wahrheit setzt sich aber durch. – Das Bild ist nun nach einer Stunde allerdings in beiden Fällen wieder da. Ein böser Verdacht beschleicht mich. Es könnte ja sein, dass Suchergebnisse mit dem heimischen Rechner abgestimmt werden. Die Blog-Seite ist allerdings nicht auf dem Heim-Rechner, sondern auf dem Blog-Google-Server. Ich bin mir nicht sicher und werde das Suchergebnis in einem Internet-Café überprüfen. Nach wiederum einer Stunde ist das Bild nur unter dem Stichwort "Einheitskanzler" wieder verschwunden (gerade noch an zwölfter Stelle). Somit scheint die Konstellation des eigenen Rechners keine Rolle zu spielen. (11/3/12) Das Bild scheint inzwischen immer "gemeldet" zu werden, es ist aus der Google-Bilder-Suche verschwunden (11/3/12).

Donnerstag, 1. März 2012

Jung, mit allen wachen Sinnen, formen wir das schöne Land ...


Bildzitat - ein Bild voller Optimismus

Wie wäre es, wenn Deutschland keinen Präsidenten mehr hätte? Viele Deutsche wären damit einverstanden, schon wegen der Kosten. Diese sollten aber nicht entscheidend sein. Es geht darum, einen Standpunkt zu entwickeln, der Neues beinhaltet. Uns liegt am Herzen, dass Deutschland repräsentiert wird. Das präsidiale Zentrum für Repräsentation, Empfänge, Ehren-Urkunden etc. einfach zu streichen und Bellevue verwaisen zu lassen, geht eigentlich nicht. Aber es gibt eine interessante Lösung, auf die bisher noch niemand gekommen ist. Sie verdient denke ich Aufmerksamkeit. Das Konzept entspricht einer Art Basis-Demokratie. Jugend soll Deutschland vertreten. Die fünfte Strophe der "stillen Präsidentin", der Nation-Hymne, gibt vor, dass Jugend an der Gestaltung des Landes beteiligt wird.


5. Strophe micha vRhein 
Humboldt-Universitäten,
Sprachenschulen und Museen
werden Deutschland weiterbringen,
Ziele vor den Augen steh'n.
Jung, mit allen wachen Sinnen,
formen wir das schöne Land.
Neue Zeiten zu beginnen,
liegt in unsrer aller Hand.


Das Konzept "gehorcht" also der Hymne und nimmt die darin enthaltenen Zeilen ernst. Nun muss es nur noch Gestalt annehmen. Wir empfinden wohl alle, dass das Amt des Bundes-Präsidenten irgendwie verändert werden muss. Das Konzept soll nun Jugend ins Schloss Bellevue hinein bringen. Wie?:

1. Der Bundes-Präsident wird abgeschafft.
2. Die Repräsentation übernimmt ein Designierter oder eine Designierte pro Staatsakt im Rotations-Verfahren
3. Anteilig werden die Parteien im Bundestag verpflichtet.
4. Sie stellen pro Staatsakt jeweils den jüngsten oder die jüngste Abgeordnete, dann die oder den Zweitjüngsten usw. Ihnen steht ein Zeremonien-Meister oder eine Zeremonien-Meisterin zur Seite.
5. Für alle möglichen Staatsakte wird ein festes Zeremoniell festgelegt, so dass die (ehrenamtliche) Aufgabe ohne weiteres bewältigt werden kann.
6. Die Staatsakte beinhalten Bankette, Feste, angemessene folkloristische Darstellungen im Hinblick auf die Gäste, Musik, eventuell ausgewählte Kunst, die zum Anlass passt.
7. Das Gewicht liegt auf Etikette, die gelegentlich auch eine Begegnung von Parlamentariern, Fachleuten, Wirtschafts-Vertretern und so weiter mit Gästen des Landes ermöglichen kann. Das Bewusstsein für gutes Benehmen wird angeregt. Es geht um eine höhere Stufe der Zivilisation, die den ebenbürtigen weiblichen Teil der Bevölkerung besonders ehrt¹ und männlichen, oft rechthaberischen Intellekt etwas zurückdrängt.
8. Die Zeremonie, die formvollendete Festlichkeit ist ein Gegen-Pol zum Parlamentarismus, dessen effektive Unflätigkeit u. a. von Herbert Wehner (SPD) begründet wurde. Das Konzept rückt also von klugen Ansprachen, von einer konkurrierenden politischen Beteiligung eines Bundes-Präsidenten ab und stärkt die Identität des Landes von der Basis und für das Auge.

Auch hier gibt die "stille Präsidentin", die Nation-Hymne neben der Nationalhymne², wieder die nötige Orientierung. Sie existiert, erwähne ich nur. Man sieht ja, ich bin gerade dabei, Teile der sieben Strophen hier zu thematisieren, damit Zeilen auch verstanden werden. Hier ist von den Strophen die fünfte. Jugend ist die Königin des Landes, wache Sinne bedeuten volles Leben.

Ich schlage vor, dass die Nation-Hymne von einem jungen Deutschen oder einer jungen Deutschen noch während des Wahlvorgangs des nächsten Bundes-Präsidenten öffentlich vertreten wird. Einen Bundes-Präsidenten oder eine Bundes-Präsidentin kann sie nämlich weitgehend ersetzen. Das Rotations-Konzept für Repräsentation benötigt diese geistige Orientierung. Allein die Nation-Hymne stellt deutsche Identität – nach langer Zeit auf Krücken – endlich wieder auf die Füsse. So viel kann ein Präsident oder eine Präsidentin während einer Amtszeit nicht leisten³.


_____________


¹
Die zweite Strophe des Deutschland-Liedes von Hofmann von Fallersleben, die "pädagogische", die auf Walther von der Vogelweide basiert, klingt hier und an anderen Stellen der Nation-Hymne mit.

²
Zu betonen ist das "Neben" der National-Hymne. Die isolierte dritte Strophe von HvF soll gerne doch weiter gesungen werden von denen, die sie möchten! Es ist ja auch zu lustig, wenn eine Nationalhymne betonungsmäßig mit einem Ei beginnt, Spiegelei, rohes oder gekochtes, an das "nig" und "keit" angehängt werden müssen, damit ein Wort herauskommt, dessen Bedeutung oder Inhalt in Deutschland nicht vorkommt und niemals vorkam (außer vor Nazis nach Reden des Einpeitschers Josef Goebbels) und niemals vorkommen wird. 5/Maerz/2012: Zur Erläuterung: Einigkeit, Einmütigkeit, Eine-Meinung-Gebot mag bei Paaren, in kleinen Gruppen, unter Freunden kurzzeitig ja recht schön sein, eine Einig-Volk-Einigkeit dagegen ist, war und bleibt immer nur diktatorischer Wunschtraum, Zwang, ethnische Säuberung, Shoah, Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Selektion und Freiheit-beraubende Überheblichkeit, Einigkeit, die andere zertrampelt, Demokratie-feindliche Wunsch-Einigkeit auch der Neonazis. Diese Einig-Volk-Einigkeit enthält leider nun auch die Nationalhymne gleich ganz am Anfang; bei BK Merkel wird auf Parteiveranstaltungen, auf denen sie regelmäßig den Text singen lässt, eine Einigkeit des Volkes mit der CDU suggeriert – eine sehr genehme Manipulation, und das Volk merkt es nicht. Im historischen Deutschland-Lied war Einigkeit lediglich ein Appell für einen einmaligen Vorgang, den Zusammenschluss von Klein-Staaten gleicher Sprache zu einer Nation, um neben anderen Nationalstaaten bestehen zu können. Sie kam nicht zustande, wurde von Preußen praktisch erzwungen. In Amerika bedeutete ein ähnlicher Vorgang Bürgerkrieg der Nord- gegen die Südstaaten.

³
Oft wird gefragt, was Bundespräsidenten geleistet haben. Herzog: "Ruck durch Deutschland", Köhler: Afrika-Forum, Wulff: "Der Islam gehört zu Deutschland" usw. So die Antworten. Natürlich ist es mehr. Aber das Mehr ist hinterher kaum greifbar, weil es unter Bergen von Protokollen zu Auslandsreisen und Empfängen verborgen ist. Die Kosten dafür waren hoch. Diese Leistungen sind peanuts! gegenüber der ständig präsenten Aussage der Nation-Hymne, die ungelöste Schuld und Identität Deutschlands durch einen Text löst, der das kultur-patriotische Feuer des Hoffmann von Fallersleben bewahrt, den späteren Nazismus eliminiert und darüber hinaus in der sehr schönen Form der siebten Strophe aussagt, dass Deutschland von anderen Nationen und Kulturen lernen kann. Diese wissbegierige Offenheit war immer ein Wesenszug der Deutschen. Die Lernbereitschaft ist die beste Aussage aus Deutschland, die es geben kann, um düstere Vergangenheit zu bewältigen.

Wenn schon von den Kosten der Präsidenten die Rede war, deren astronomische Ziffern ich nicht ausrechnen will, sollen auch die Kosten der Nation-Hymne genannt werden. Ich weiß sie nicht. Immer mal wieder etwas Überlegung über den Zeitraum von 12 Jahren, zugrunde liegende politische und kulturelle Erfahrung durch meine Kolumnen, zugrunde liegende religiöse Dispute und Konzepte, dann die Dichtung selbst (Hält sie das Versmaß? Was ist sie wert?), historische Studien, endlose Beiträge in zwei Foren zum Deutschland-Lied, Vergleiche mit der Kinderhymne von Brecht, der DDR-Hymne und Versuchen anderer, zugrunde liegende redaktionelle Erfahrung im Verlag, auch zugrunde liegende Publikationen und Arbeiten an der Identität Deutschlands (Denkmallisten, Museum-Grundinventar, historischer Glocken-Atlas, Festlegung von historischen Stadt-Ensembles etc.) – zusammen ein gutes Stück Arbeit und eine recht gute Grundlage für tatsächliche begründbare Substanz. Ach so, die Kosten, fast hätte ich sie vergessen. Kein einziger Cent und keine einzige Zeile wurden von irgendwo her beigesteuert. Immer hatte ich um geistige Beteiligung gebeten. Sie kam nicht. Aber das Copyright wurde verletzt, so von Horst Köhler, der die zugeschickte Hymne für seine erste Berliner Rede verwertete und mich, den Autoren, beiseite schob. Horst (Wer?) schrieb am nächsten Tag nach der Rede die Presse.

Von der Änderung der politischen Windrichtung nach rechts will ich gar nicht reden. Oskar Lafontaine hatte meine damalige Zeile "Goethe, Dürer, Schlüter, Kant" (heißt jetzt "Goethe, Dürer, Schliemann, Kant", weil sich Schlüter mit dem anschließenden Entschluss des Parlamentes, das Berliner Schloss wieder aufzubauen, "erledigte") in seiner Bildzeitung-Kolumne "Mein Herz schlägt links" genannt und von einer neuen leicht patriotischen Bürger-Bewegung gesprochen. Die CDU/CSU profitierte davon und stellte danach die Regierung.


Sonntag, 26. Februar 2012

"Ja, wir lieben dieses Land" ... (Tucholsky) – Teil der Nation-Hymne



Kurt Tucholsky 1928 in Paris


4. Strophe micha vRhein  
Deutschland haben wir zur Seite!
Friede dem vereinten Land;
restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.


Kurt Tucholsky:

"Ja, wir lieben dieses Land.
Und nun will ich euch mal etwas sagen: Es ist ja nicht wahr, daß jene, die sich national nennen und nichts weiter sind als bürgerlich‑natio-nalistisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben.
Weder der Herr Regierungsvertreter im Gehrock noch der Ober-studienrat noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da.
Sie reißen den Mund auf und rufen: "Im Namen Deutschlands ... !" Sie rufen: "Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es." Es ist nicht wahr.
... Und so wie die nationalen Verbände über die Wege trommeln – mit dem gleichen Recht, mit genau demselben Recht nehmen wir, wir, die wir hier geboren sind, wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel – mit genau demselben Recht nehmen wir Fluß und Wald in Beschlag, Strand und Haus, Lichtung und Wiese: es ist unser Land.
... Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir. Und in allen Gegensätzen steht – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leier-kasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat."


Nun wird hoffentlich klar, warum die Liebes-Erklärung für Deutschland von Kurt Tucholsky Teil der Nation-Hymne geworden ist – Liebe zu unserem Land führt über diesen Geist, kann wegen der Shoah nur über ihn führen, vorbei an Neonazis, vorbei an Ignoranz und moderner Macht-Politik, die geistig kaum noch ansprechbar ist, die gewählt wird und wieder verschwindet, hin zu diesem unserem Land voller Kultur und voller Werte, die ganz vorsichtig und sorgfältig behandelt und entdeckt werden müssen. Liebe, auch zu einem Land, muss behutsam sein.

28/Febr/2011 GMT+7 11:01

Liebe, auch zu einem Land, wird individuell verschieden sein, jugendlich stürmisch, cool bis gleichgültig, intellektuell ablehnend, Medien-wirksam kalkuliert, pessimistisch-enttäuscht, mimosenhaft-zögerlich, Goethe- oder Stellvertreter-verlangend, radikal fordernd, freiheitlich-unverbindlich, ideologisch berechnend, aufrechnend-genau, verschämt, skurril, lespisch, homosexuell, Erfahrungen-durchwachsen, pädophil-verheimlichend, streitbar-süchtig, selbst gefühlskalt, süchtig-erblindet, widersprüchlich, Zufall-abhängig, launisch, abwartend, falsch, psychopatisch, jauchzend-übertrieben, zurückhaltend-überzogen und so weiter. Die normale Liebe kommt nicht vor. Sie ist selten. Die "stille Liebe" ohne Fahnen, Sentimentalität oder Schwert gehört dazu. Diese Liebe ist im Begriff, das Objekt der Liebe zu verlieren. In ihr steckt das Potential der Tragödien. Liebe vergrößert dieses Potential und will sich deshalb zurückziehen, will still sein, will sich verstecken. Das Weltliche lauert und droht sie zu zerstören.

Jeder wird also die Zeile anders empfinden, frei interpretieren, im Stillen mit Teilen des eigenen Lebens assoziieren. So soll es ja sein. Sie wird aber auch vorbereitet. Alle sieben Strophen zusammen leiten zu Empfindungen der Kindheit, die noch ursprünglich waren, noch unverdorben, noch gegeben, noch allgemeingültig-geschaffen, noch ohne Erziehung, noch triebhaft lernbegierig. Direkt erwähnt werden Kinder in der ersten und sechsten Strophe der Nation-Hymne. Ich wüsste eigentlich keine andere Hymne, in der die Kinder des eigenen Landes so gewichtet werden. Die Diskussion bei Jauch am Sonntag brachte die Feststellung heraus, Deutschland sei hinsichtlich der Behandlung seiner Kinder ein "Entwicklungsland". Eine solche Kritik verbietet sich in einer Hymne. Sie kann auf den richtigen Weg hinsteuern, mehr nicht.

Dazu müsste sie aber erst einmal wahrgenommen werden. Ich habe manchmal den Eindruck, sie sei eine unerwünschte Nachricht, diskriminiert von "oben", ähnlich dem Nachrichten-"Verbot" oder dem redaktionellen Schweige-Gebot, dass etwa der Spenden-Geber Kohls, den er auch nach seiner Spenden-Affäre trotzig verschwieg, der Medien-Mogul Kirch war, oder dass der Fußball-Bundes-Trainer schwul ist. Solche redaktionellen Gebote/Verbote liegen zuhauf in den Schreibtisch-Schubladen der einflussreichen Radakteure der deutschen Medien-Landschaft. Sie befolgen sie, weil nahezu alle Medien bereits von Parteigängern durchsetzt sind, die übermittelte Macht weiter geben und Meinungen manipulieren.


Freitag, 24. Februar 2012

Die stille Präsidentin: eine deutsche Nation-Hymne der gegenwärtigen Freiheit und Identität neben der historischen Nationalhymne






Deutschland braucht jetzt einen  Thomas Paine (1737 – 1809; "Common Sense", Philadelphia MDCCLXXVI). Das Blüten-Bild mit den ausgestreckten Händen und den beiden Knospen, die ein V-Zeichen für Victory ergeben, hatte ich "Freiheit" genannt. Thomas Paine passt da hinein wie kein anderer. FREIHEIT soll auch das Thema des designierten Bundes-Präsidenten Joachim Gauck sein. Wir vergleichen also Gauck mit Thomas Paine. Um mehr zu verstehen, drängt sich ein Artikel auf, wenn auch von einer LINKEN, die Akten von Oppositionellen immer sehr schnell öffnen, ihre eigenen dagegen verschließen. Gauck musste lange warten, bis sich politische Freiheit bot. Paine überlebte für seine Idee der Freiheit mehrmals nur durch Zufall. Seine Schriften wirkten tief in die Zukunft und also auch Geschichte hinein. Der Internet-Schreibtisch vRhein ehrt Thomas Paine noch mehr als Theodor Heuss.

Ideologien von rechts oder links, die staatlich gelenkt werden, können eine Gesellschaft knebeln und ihrer Freiheit berauben. Familien werden verängstigt. Spitzel lauern, Aufsicht und Strafe drohen, Vertrauen, Glück und Zukunft-Chancen werden zerstört. Eine ideologisch geschulte Kaste drängt an die Macht, unterdrückt andere und lebt privilegiert. So mag Gauck die DDR erlebt haben, auch wenn er sich vielleicht arrangierte, um als Pastor einen kleinen Einfluss auf seine Gemeinde in einem christlichen und nicht ideologischen Sinne zu erhalten. 

Die Nation-Hymne, die neben der National-Hymne existiert, rückt die Freiheit nach vorn:
3. alternative Strophe HvF + micha vRhein  
Freiheit, schöpferisches Leben
überall im ganzen Land!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das dauerhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.
Die Freiheit unserer Gesellschaft wird darin mit persönlichen schöpferischen Impulsen für das eigene Leben verknüpft, die in einer staatlichen Verfassung der Chancen-Gleichheit aufblühen können. Ideologie wird zurückgedrängt, bekämpft, damit persönliche schöpferische Impulse durch frei gewählte Ausbildung, frei gewähltes Studium, auch Selbststudium, frei gewähltes Leben zur Entfaltung kommen. Künstliche ideologische Gebote oder Verbote dürfen diese Freiheit nicht behindern. Die Freiheit muss sich auf die eigene familiäre Gestaltung erstrecken können. Diese Art der Freiheit verdient es gefördert und nicht abgewürgt zu werden. Ihre Förderung in einer Verfassung und in einem Grundgesetz führt dann auch zu einer gesellschaftlichen Verbundenheit, die glanzvoll  aufblühen kann. Worte aus der Strophe von Hoffmann von Fallersleben wurden so gut es ging verwendet, der Glanz und das Blühen.

Von einem "Band" ist auch in der siebten Strophe die Rede. Dort wird die Beschreibung der Freiheit der dritten Strophe unter dem Begriff der Menschenrechte zusammengefasst.

25/Febr/2012 GMT+7 11:15

Über die Konsequenz, das Wort "Einigkeit" generell zu streichen, weil sich eine Einmütigkeit der Gedanken eventuell von selbst ergibt und die politisch indoktrinierte Einigkeit falsch ist, weil sie zu einem Einheits-Staat führt, der unterdrückt, darauf könnten wir uns vielleicht einigen. Aber nein, muss ich immer wieder feststellen, selbst diese Einigkeit ist nicht möglich. Diejenigen, die den sozialen Einheits-Staat wollen, so die LINKEN, die Freiheit einer sozialen Fürsorge opfern wollen, um zuerst Wählerstimmen, dann Macht zu gewinnen, oder auch die NAZIS in den Parlamenten, haben eine diktatorische Einheits-Doktrin auf ihrer ideologischen Agenda.

Besonders die Nazis stemmen sich vehement gegen eine Kritik am Deutschlandlied. Immer wenn daran gekratzt wird, weil es Hitler durch gezielte Interpretation mit seiner deutschen Herren-Ideologie durchtränkt hat, kommen wütende Reaktionen von den Neonazis, wie wenn Walhall durchbohrt wird. Für sie ist das Deutschland-Lied ein Heiligtum wegen der verfälschenden Interpretation in der Nazi-Zeit. Sie wollen Hitler anhimmeln und benötigen es. Die Nation-Hymne erscheint ihnen grauenhaft, ein großes indirektes und unfreiwilliges Kompliment von Unbelehrbaren. Zumindest haben sie kapiert, dass die Nation-Hymne frontal gegen sie gerichtet ist, auch wenn sie nur neben der Nationalhymne existiert. Sie existiert, das ist richtig. Übrigens: selbst mit der dritten Strophe als National-Hymne stellt sich Kanzlerin Merkel, die sie auf Partei-Veranstaltungen durch eine Volk-CDU-Einigkeit immer wieder politisch ausnutzt, auf die Seite der Nazis und nicht auf die Seite der Nation-Hymne. Ex-Präsident Köhler startete mit "versehentlichem" Singen der ersten Strophe des Deutschlandliedes mehr als einen Versuchs-Ballon, Christian Wulff reagierte im Gegenteil schreckhaft, Merkel denkt nicht weiter nach und wäre auch viel zu ängstlich –  und Gauck? Wird er Verständnis für die Nation-Hymne entwickeln, weil mit ihm endlich einmal jemand genau hinschaut?



Mittwoch, 28. September 2011

Trittin-Osaurus ist an der Reihe und darf dem Papst ...



... darf dem Papst beinahe die Hand schütteln: "Ich, Jürgen Trittin, ich, ich bin so groß ... Ich stimme für ESFS und später ESM und bin jetzt Opa. Ist das gerecht? Ää ... , Heiliger Vater, ich gehe wieder auf meinen Platz". (Anmerkung der Redaktion: Trittin ist Opa, nicht schlimm)

Vor dem nächsten Meteoriten-Einschlag, der uns alle dem Untergang weiht, muss schnell noch gehandelt werden, meint Trittin-Osaurus zu seinem Nachbarn auf seinem Platz im Deutschen Bundestag. Die Rettungs-Schirme ESFS und ESM müssen schnellstens verabschiedet werden. Ich bürge für die Grünen, Frau Merkel für über den Daumen 400 Milliarden. Sie will bürgen, damit hinterher die Bürgschaft abgesichert werden kann. Der ESM soll dann nachträglich die Instrumentarien bekommen, damit überhaupt gebürgt und garantiert werden konnte. Normalerweise sagt man dazu: falsche Reihenfolge. Aber in diesem Fall muss es sein, weil der Meteorit naht. Unsere Spezies ist in Gefahr. Nur deshalb muss die falsche Reihenfolge eingehalten werden: erst die Unsicherheit, Bürgschaften, Garantien und das Geld raus, dann die Gesetze dagegen, erst in Schulden baden, dann das Wasser in die Wanne lassen. Ich bin aber etwas zu groß für die Wanne. Aber Benedikt XVI., den können wir in der Wanne waschen, ganz sauber machen, schön abtrocknen und ab; dann sind das Schulden-Problem und das Missbrauchs-Problem gemeinsam gelöst.

Zukunfts-Verifikation: Es kam dann aber so, dass die Garantien und Bürgschaften im Großen Wannsee einschlugen (früher hieß er Wannen-See), der Meteorit an der Erde vorbei sauste und Jürgen Trittin, äh Trittin-Osaurus,  im Berliner Zoo ist.

Freitag, 26. August 2011

Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln: Altkanzler Helmut Kohl

Erste Kohl-Kartoffel, zweite Kohl-Kartoffel, dritte Kohl-Kartoffel, vierte Kohl-Kartoffel, fünfte Kohl-Kartoffel, alle dicken Kartoffeln: Dr. Helmut Kohl, Altkanzler, der dicke Kartoffel-Kohl (neues Gemüse)

  • Jüngste dicke Kartoffel, die fünfte: "Deutschland ist nicht mehr zuverlässig" - Die Kritik von Kohl kam aber erst, nachdem Gaddafi nun gestürzt ist und die Rebellen nebst Alliierten siegreich sind. Vorher hörte man nichts. Für eine Früherkennung der Entwicklung hätte er hier im Internet-Schreibtisch vRhein stöbern können. Hinterher reden, kann jeder, wie nun auch noch "Quacksalber" Joschka Fischer, siehe näheres in meinem Thread "Zeitungswolken", unten.

  • Ältere dicke Kartoffel, Nr. 1: Kohl zieht verdeckte Spenden an, für sein illegales Schweigen vor Gericht erhält Kohl den Kartoffel-Preis.

  • Deutsche Dick-Kartoffel, Nr. 2: Kohl wird vom Mauerfall total überrascht. Er hatte keine Ahnung, was da passierte. Die Mauer - und Menschen gehen rüber? Kohl holt sich die dicke Überraschungs-Kartoffel.

  • Michail Sergejewitsch Gorbatschow soll lt. Kohl eine Bedingung für die deutsche Einheit gestellt haben: der Landbesitz ehemaliger Besitzer, die in der DDR enteignet wurden, wird nicht zurück gegeben. Gorbatschow dementierte dies. Kohl hatte ihn vorgeschoben. Dafür gibt es nur ein Wort: Kartoffel-Klau, die besonders dicke Kartoffel Nr. 3 wurde geklaut.

  • Kohl klaute weiter, nämlich die dritte Strophe aus dem Deutschland-Lied zum Zweck einer einstrophigen National-Hymne, weil das erste Wort darin, "Einigkeit", an ihn, den "Einheits-Kanzler" erinnern sollte. Diese Kartoffel wollen wir "Jubiläums-Kartoffel" nennen, denn die Entstehung des Deutschland-Liedes jährt sich heute zum 170sten Mal. Das "Lied der Deutschen" schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf Helgoland. Eigentlich müsste sie "Jubiläums-Koffel" heißen, weil die ersten Strophen in Ungnade fielen und weg transportiert wurden. Die Nationalhymne, vorher alle drei Strophen seit Adenauer, war nun nicht mehr vollständig. Also "Koffel", die Nr. 5.

  • "Einigkeit" symbolisiert die beiden Pole der Verteidigung und des Angriffs: Sehnsucht bei HvF wegen Napoleon und Zwangs-Einigkeit der Nazi-Ideologie. Wird der zweite Pol, Hitler-Einigkeit, einfach ignoriert, entsteht unrealistische Träumerei und Unbelehrbarkeit. Die Strophe wird zur Kitsch-Strophe, siehe "Die Kitsch-Hymne". (Gehört noch zur fünften Kartoffel)
Für weitere Kartoffeln war auf dem Mal-Grund einfach zu wenig Platz. Wikio News listet es (hatte ich gar nicht gewusst). Nach Eingabe des Stichwortes "nationhymne" Google/Bilder kommen in den ersten Reihen 83 meiner Block-Bilder/Persiflagen. Das Kartoffelbild war noch nicht dabei, so schnell schießt Google nun auch wieder nicht.





Freitag, 12. August 2011

Klage-Lied der Deutschen: Mauerbau 13/August/1961 (1961 - 1989)



Die Berliner Mauer fiel in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November, auf Freitag, den 10. November 1989, nach über 28 Jahren

Über dem blassen Foto des Beginns der DDR-Mauer Bernauer Strasse (3) steht hier bei mir die erste Strophe des Deutschland-Liedes in der Original-Schrift von Hoffmann von Fallersleben. Das ganze Lied lautet:

1961 wurde Deutschland, 1991 das Deutschland-Lied zerstückelt. Ein Teil des Originals wurde herausgerissen. 1991 wurde dieser Teil von BK Helmut Kohl und BP Weizsäcker zur National-Hymne erklärt. Die Deutschen wurden erneut nicht gefragt.

Statt brüderlichen Zusammenhalt gab es den kalten Stellvertreter-Krieg in Deutschland. Wunden, Tote, zerrissene Familien, Feindschaft und DDR-Spionage dominierten die Mauer-Jahre. Statt Herz und Hand gab es Stachel-Draht und Todes-Schüsse an der Mauer. Statt "Auferstanden aus Ruinen", wie es in der DDR-Hymne hieß, war die Realität: Eingemauert auf Ruinen. (2)  

Bundes-Präsidenten, Kanzler, Bundestags-Präsidenten, Parlamentarier und  Abgeordnete - sie alle gaben sich keine Mühe, das Lied, seinen Sinn und seine Geschichte als Ganzes zu erhalten. Sie kamen nicht auf die Idee, den Kultur-patriotischen Gehalt aller Strophen zu bewahren. Sie ließen es beim Mauerbau zwischen der zweiten und dritten Strophe. Sie deklassierten die erste Strophe wegen Hitler. Auch seien darin die Sprach-Grenzen, die Hoffmann von Fallersleben zog, ja falsch.

Zufällig blieb die nationale Aufgabe, das Deutschland-Lied wegen der veränderten Geschichte etwas umzuschreiben, um die Kern-Aussagen des Dichters zu erhalten, irgendwie an mir hängen. Aus einer Laune heraus schrieb ich um. Seitdem entstanden in Abständen verbesserte Versionen, entstanden vier zusätzliche Strophe im gleichen Versmaß und gelegentlich kleine Korrekturen im Eigenbau, denn leider beteiligte sich niemand daran. Das "Lied der Deutschen" blieb und bleibt als historisches Dokument bestehen. Seine Schöpfung aus einem Guss blieb unangetastet. Für den Zweck einer National-Hymne für die Deutschen nach dem Mauerfall enstand, angeregt vom "Lied der Deutschen", etwas Neues, die Nation-Hymne. Seitdem gibt es eine National-Hymne als brutaler Schnitt durch die dichterische Freiheit des Originals und eine Nation-Hymne, die Deutschland in seinem Wert beschreibt und patriotische Gedanken und Gefühle von Hoffmann von Fallersleben aus allen drei Strophen, und nicht nur aus der dritten, herüberrettet.

Die Österreicher machen sich gegenwärtig Gedanken darüber, ob die Zeile "Heimat bist du großer Söhne" nicht geändert werden muss, weil die "Töchter" der Nation zu kurz kommen. Sowieso wurde am Original-Text herumgedoktert. Man gibt sich redliche Mühe. Vorschläge werden auf Titelblättern von Zeitungen wie nationales Heiligtum behandelt. Ergänzung 5/Febr/2012: Das Parlament hat einen neuen Text beschlossen, das Versmaß ist nun aber kaputt.

In Deutschland dagegen ist Schweigen. Zaghaft meldete sich ein Sprortler, unsere National-Hymne sei zu kurz, ein internationaler Sieg kann wegen der Kürze der Abspielzeit gar nicht so richtig ausgekostet werden. Und analog zu Österreicht mehren sich Stimmen, dass die Zeile "brüderlich mit Herz und Hand" ebenfalls den weiblichen Teil der Bevölkerung unter den Tisch fallen lässt, das "Glück im Glanze" also nur auf den männlichen Teil Deutschlands bezogen sei.

Das offizielle Deutschland muss sich nur mit der dritten Strophe des Deutschland-Liedes befassen, die Nation-Hymne allerdings muss es auch mit der ersten tun, denn sie ist mit dabei. Die Zeile "Deutschland, Deutschland über alles" wurde darin gerettet, aus dem Hitler-Mief befreit und in einen unbedenklichen Zusammenhang gestellt, die Sprachgrenzen wurden umgangen. Die ersten beiden Zeilen deuten an, warum es "über alles" und nicht "über allem" heißt.

Gestern fiel das Wort "brüderlich" weg, das noch enthalten war. Die erste Strophe wurde damit an die Österreichische Frauenrechts-Initiative angepasst, wurde sogar besser, wie ich meine. Nur das "Vaterland" in der dritten veränderten Strophe ließ ich weiter bestehen, weil der Begriff eine historische Dimension hat und im Sprachgebrauch verankert ist; "Mutterland" setzte sich nicht durch. Man kann darüber diskutieren. Leider fehlt es mir an Gesprächs-Partnern. Wie sieht die Strophe nun aus? Aus diversen Alternativen schlage ich nun die folgende Version vor, in der gleich die erste Zeile die Fehlinterpretationen der ersten Strophe des Deutschland-Liedes richtig stell; zugleich finde ich, dass die Zeile auch eine Titel-Überschrift sein kann. Google wird also hoffentlich die folgende Überschrift registrieren:


Deutschland geht uns über alles

Deutschland geht uns über alles,
über alles in der Welt, (1)
weil es uns und unsre Kinder
unter seinen Schutzschirm stellt!
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

In diesen Minuten findet in Berlin eine Gedenk-Veranstaltung zum 50. Jahrestages des Mauerbaus  statt. Zweimal schaute ich über die Deutsche Welle dem Ereignis zu. Aber beide Male empfand ich die "Feier" derartig verkrampft, so dass ich einfach nicht länger hinschauen konnte und zu meiner Arbeit zurück kehrte. Gut war die Aussage von Bundes-Präsident Wulff, eine Verklärung der DDR dürfe es nicht geben.

Schulden-Wowereit

Insgesamt aber: so wie diese Feier, so verkrampft und auch so lasch, man musste nur auf die schlaff gekrümmte Körperhaltung des amtierenden Oberbürgermeisters von Berlin Wowereit schauen, kommt mir die ganze Nation vor, wenn es um ihr Identitäts-Bewusstsein geht.

Vielleicht kann die umgedichtete erste Strophe des "Liedes der Deutschen" die Verkrampfung lösen. Ich weiß es nicht, hoffe es. Enthalten ist die zentralen Aufgabe eines Staates, nämlich Schutzschild für seine Bürger zu sein. Und seine Bürger sind nämlich alle Menschen mit einem deutschen Pass.

Bei YouTube existiert eine sehenswerte dreiteilige Video-Folge über das Deutschland-Lied. Der beste Teil ist gleich der erste. Die Melodie des Kaiserliedes, die dem Deutschland-Lied später zugrunde gelegt wurde, stammt aus diversen Quellen und kompositorischen Ideen. Sie werden gezeigt. Sehr plötzlich verfällt die Folge jedoch in den fest eingefahrenen Fehler, die erste Zeile der ersten Strophe des Liedes anders zu interpretieren, als sie Hoffmann von Fallersleben gemeint und ausgedrückt hat. Er schrieb eben nicht "über allem", sondern "über alles". Die falschen Interpreten, ob sie nun Hitler oder sonstwie hießen, ignorierten den Unterschied zwischen zwei Ausdrucksweisen: 1. Ich liebe dich über alles und 2. Meine Nation steht über allem.

Hoffmann von Fallersleben beschrieb die erste Ausdrucksweise und nicht die zweite. Deutsche dürfen nicht vor Falschinterpreten, erst recht nicht vor einem Hitler, kapitulieren! Sie täten gut daran, den irren Fanatiker Hitler geistig zu besiegen und beim Germanisten und Professor Hoffmann von Fallersleben in den Unterricht zu gehen. Betrachten wir das Lied aber auch im historischen Kontext! Darüber hatte ich vielfach geschrieben. Fallersleben beschwor eine Einigkeit deutscher Kleinstaaten, die es dann nie gab. Das Deutsche Reich entstand nach 1870/71 auf Druck Preußens, ein Nachhelfen, mit dem Fallersleben einverstanden war. Das Wort "Einigkeit" wurde das Problem, nicht die nationale Einheit. Politisch und ideologisch bedeutet "Einigkeit" immer Diktatur, diktierte Einigkeit. Preußen begann damit. Einigkeit und Freiheit widersprechen sich also. (4)

Wegen des problematischen anderen Ausdrucks in der dritten Strophe, nämlich "brüderlich mit Herz und Hand" tendiere ich zu meiner alternativen Strophe, die für beide Geschlechter gilt, wie auch die gesamte Nation-Hymne. Nach dieser persönlichen Empfehlung würde Deutschland von der dritten Strophe in der jetzigen Form Abschied nehmen. Eine harmonische Gesellschaft kann eine Dominanz des Männlichen nicht brauchen. Zuviel Unglück basiert auf der Disharmonie, so zum Beispiel dem "festen Schritt" männlicher Kolonnen in der Hitler-Diktatur. Einigkeit wurde zur erzwungenen, propagandistisch indoktrinierten Droge, einer Droge deutscher Überheblichkeit zum existenziellen Schaden anderer Völker, Ethnien, Religionen und Minderheiten.


Nun die letzte Fassung der Nation-Hymne vom 14/August/2011:

1. Strophe HvF + micha vRhein 
Deutschland geht uns über alles,
über alles in der Welt,
weil es uns und unsre Kinder
unter seinen Schutzschirm stellt!
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!


2. Strophe HvF + micha vRhein 
Präzision und deutsches Wissen,
Finder-Geist auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten guten Klang.
Uns für Taten zu begeistern
unser ganzes Leben lang,
lernen wir von alten Meistern
wie auf einem Studiengang.

3. alternative Strophe HvF + micha vRhein 
Freiheit, schöpferisches Leben
überall im ganzen Land!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das dauerhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.

4. Strophe micha vRhein  
Deutschland haben wir zur Seite!
Friede dem vereinten Land; (5)
restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.

5. Strophe micha vRhein 
Humboldt-Universitäten,
Sprachenschulen und Museen
werden Deutschland weiterbringen,
Ziele vor den Augen steh'n.
Jung, mit allen wachen Sinnen,
formen wir das schöne Land.
Neue Zeiten zu beginnen,
liegt in unsrer aller Hand.

6. Strophe micha vRhein 
Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Beethoven uns ganz gehöre,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.

7. Strophe micha vRhein 
Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand.
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band.
Hohe Werte auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
wollen lernend wir erfassen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!



________________________

(1)
Die Liebes-Erklärung von Hofmann von Fallersleben wurde von mir ganz nach unten verschoben. In der ersten Zeile dieser Strophe wurde bereits klar, dass nicht Überheblichkeit, sondern Liebe zum eigenen Land gemeint ist.

(2)
Der treffende Gedanke ist einem Artikel der SZ zu entnehmen, den ich oben verlinkt habe. Dort heißt die Überschrift: "Eingemauert in Ruinen". In Ruinen ist sachlich falsch. Es kann heißen: Eingemauert auf Ruinen. Es ist ja nun nicht so, dass in der DDR nicht gebaut wurde, Plattenbauten entstanden etc. Google will das Stichwort "Eingemauert auf Ruinen" noch nicht annehmen, sondern schwenkt partout zum Ausdruck "Eingemauert in Ruinen". Ein sprachlicher Fehler kann sich förmlich festfressen.

(3)
Das Bild ist grafisch nicht gut, ich weiß es, will es aber so. Ich will die erste Strophe des Deutschland-Liedes über dem Beginn des Mauerbaus haben.

(4)
Die seltene Einigkeit zwischen Eheleuten, Liebenden, Freunden, Logen-Brüdern etc ist nicht gemeint, an so etwas verschwommen Schönes denken jedoch die meisten, reinster Kitsch! Eine demokratische Nation ist für Einheit geeignet, für Einigkeit aber zu groß. Eine Diktatur verwechselt Einigkeit mit Größe, will Größe und erzwingt Einigkeit.

(5)
Statt "Friede will das reiche Land", geändert 20/Nov/2011


_________________________

Nachtrag 20 und 28/August/2011, am 28sten der Absatz mit Fett-Schrift

Bei der Siegerehrung zweier erfolgreicher deutscher Kanutinnen wurde während der Kanu-Weltmeisterschaft in Ungarn am Freitag irrtümlich die erste Strophe des Deutschlandliedes gespielt, weil ein Kontroll-Gerät nicht funktionierte. Es erklang also: Deutschland, Deutschland über alles etc.

Der Bericht trieft: Ungarn "entschuldigt sich", der Bundes-Trainer "entsetzt" "nicht akzeptabel", der deutsche Verband erteilte "Absolution", "Die erste Strophe wird mit den Untaten der Nationalsozialisten und ungehemmtem deutschem Expansionsdrang assoziiert", "geächtete Strophe",  "schnell zu den Akten legen", "unverzeihlicher Fehler".

Wenn die erste Strophe des Deutschland-Liedes von Hoffmann von Fallersleben, deren historische Schöpfung ich achte, wirklich so entsetzlich ist, warum hat man dann akzeptiert, dass die dritte Strophe desselben Liedes von Helmut Kohl 1991 zur National-Hymne erklärt wurde? Mit Hannelore Kohl möchte ich Deutschland nicht mit den Augen Kohls sehen, Europa auch nicht und erst recht nicht die von ihm geschickt lancierte National-Hymne in der jetzigen isolierten Form, deren Eingangs-Wort "Einigkeit" an den "Einheits-Kanzler" erinnern soll.

Nun will nicht nicht schon wieder klamüstern, dass Einigkeit und Einheit zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind. Einigkeit in einem großen Land gibt es nicht, in einem demokratischen erst recht nicht, es sei denn, eine Diktatur zwingt Einigkeit auf, oder ein Egomane wie Kohl will die Einigkeit hinter seiner Person. Er konnte sie nicht einmal zwischen sich und seiner Frau Hannelore erreichen. Sie wurde licht-krank davon, starb daran, eines der ganz traurigen Ereignisse deutscher Geschichte.

Wenn die dritte Strophe nun also isoliert da steht, ohne den historischen Kontext, als Einheits-Staats-Insignie Kohls, beschleicht mich, und hoffentlich nicht nur mich, ein Gefühl des Unbehagens, das leicht in beißende Kritik, Satire und Hohn umschlagen kann. Das Wort "Einigkeit" verweist auf Hitler, wenn schon, und nicht der Satz: "Ich liebe Deutschland über alles"; das bedeutet "Deutschland, Deutschland über alles" nämlich, nach dem grammatikalischen Verständnis von Hoffmann von Fallersleben, der Germanistik-Professor war.

Das derartig in den Vordergrund gestellte Wort "Einigkeit" am Anfang einer Nationalhymne, wie eine Marsch-Kolonne hinter politischer Absicht, "verdirbt" nun die ganze Strophe, auch wenn sie von HvF stammt. Er wollte ja nur die Einigkeit der damaligen Kleinstaaten Deutschlands, eine Nation wie andere Nationen zu werden, und akzeptierte das Diktat Preussens, als die Einigkeit nicht zustande kam.

Der Fehler steckt bereits in der ersten Strophe von HvF, der das Lied mit "das Lied der Deutschen" betitelt, nicht etwa mit "das Land der Deutschen", dann aber einen National-Staat "Deutschland" herbei sehnt, den es noch nicht gibt und dem er gleich eine Vision zuteilt, wenn es ihn denn gäbe, nämlich im Gefühl eines Schutz- und Trutz-Bündnisses stets brüderlich zusammen zu halten, Angriffen von außen zu trotzen. Darauf bezieht sich das Wort "Einigkeit" der dritten Strophe, da das Sprachgebiet der Deutschen beispielsweise von den Schweden und von Napoleon angegriffen worden war. Die Zeilen sind historisch gebunden und lassen sich nicht einfach auf ein Deutschland übertragen, das wiederholt andere Länder angegriffen hat. Die "unschuldige" Situation vor Gründung des deutschen National-Staates darf nicht auf die "schuldige" Situation nach Hitler übertragen werden. Einigkeit symbolisiert die beiden Pole: Sehnsucht bei HvF wegen Napoleon und Zwangs-Einigkeit der Nazi-Ideologie. Wird der zweite Pol, Hitler-Einigkeit, einfach ignoriert, entsteht unrealistische Träumerei und Unbelehrbarkeit. Die Strophe wird zur Kitsch-Strophe, siehe unten: die Kitsch-Hymne.

Einigkeit widerspricht bereits in der gleichen Zeile einem anderen Wort: Freiheit. Da haben wir den Wurm schon in der ersten Zeile der Strophe, wenn diese zur National-Hymne erklärt wird. Die Architektur gerät bereits aus den Fugen, ehe die weiteren Zeilen kommen. Nicht Liebe zum Land darf der deutsche Michel singen, sondern er muss abstrakte Begriffe aufzählen, die sich in sich widersprechen, ehe er zur zweiten Zeile kommt.

Die Zeit ist zu kurz, um das nächste Wort zu überlegen, die schöne Melodie aus Österreich rauscht über es hinweg: "Für". "Für das deutsche Vaterland". Bei HvF war dieses Ziel ein Vision, wir aber, mitsamt unserer Hymne, haben es. Der einiglich zurecht gebogene Michel soll sich nun opfern. Nicht seine Gefühle für Deutschland stehen oben an, sondern die Zuteilung von abstrakten Begriffen "für" etwas ganz anderes als er selbst, etwas, das schon besteht und das ihn ganz kleine erscheinen lässt, das die Politik in Berlin für ihn regelt, eine Politik, die ein Drittel der Deutschen in die Verarmung entlassen hat.

Michel wird missbraucht. Er soll Einigkeit hinter einem Recht empfinden, das für ihn meist eine "Inkasso-Jagd" von Juristen bedeutet. Hinter indirekten Steuern, Gebühren, Ämter-Einreden, Erlassen und Verfügungen soll er seine nationale Freiheit spüren. Er ist nicht einmal so frei, dass er seine Liebe zu seinem Land singen darf. Die betreffenden Zeilen des Deutschland-Liedes sind "geächtet".

Für's Vaterland "brüderlich mit Herz und Hand" sollen wirklich alle streben, aber alle können es nicht sein. Wo bleiben diejenigen, die "schwesterlich mit Herz und Hand" für's Mutterland streben, einig und unisono? Auch hier winken die männlichen Kolonnen der Nazis herüber, die eine männliche Herren-Rasse und eine weibliche Gebähr-Rasse kreierten. Darüber sollte Einigkeit bestehen, diejenigen, die sich nicht dazu bekannten, wurden ins KZ gesteckt, ermordet oder in grausigen Arbeits-Lagern ihrem Siechtum überlassen.

Schon in den ersten vier Zeilen der dritten steckt mehr Nazismus als in der ersten Strophe.

Nun kommt es dick. Das Gemisch soll "des Glückes Unterpfand" sein. Kein schönes Wort, von HvF aber als so etwas wie ein Vertrag des deutschen Staatenbundes gemeint. Heute wird eine bestehende politische Parteien-Klasse besungen, und der deutsche Michel soll glücklich sein. Dann ist er ruhig. Die letzten beiden Zeilen will ich besser gar nicht erst besprechen. Das Endergebnis ist:

Die Kitsch-Hymne

Deutschland hat die kitschigste Hymne aller Nationen. Der Bürger wird geblendet, so dass er sich selbst vergisst. Er merkt nicht, dass er gar nicht beteiligt ist. Da soll etwas im "Glanze dieses Glückes" blühen, das er hat: eine Regierung, die 2 Billionen Staats-Schulden auf seine Schultern geladen hat. Kitsch, Kitsch und nochmal Kitsch, typisch deutsch? Wenn die Nation-Hymne nicht wäre. Auch sie ist typisch deutsch, wie Hoffmann von Fallersleben, in einem besseren Sinne, denke ich mal.


Siehe auch einen Artikel über viele Textvorschläge zur ersten Strophe des Deutschland-Liedes in den Jahren der Gründung der Bundes-Republik Deutschland, die jetzt entdeckt wurden. Die Nation-Hymne trifft die damalige Wunschliste genau. Sie ist somit die gesuchte "Superhymne".


Ergänzung 19/Jan/2012

Die aktuelle deutsche Nationalhymne, denke ich, ist Kitsch. Das schrieb ich heute als Antwort auf eine Frage einer neuen Internet-Seite mit dem Namen "Eine Nation und ihre Hymne", die nun schon "neueste Beiträge" hat. Sie entstand "eigentlich nur im Rahmen eines Semester Projekts der dhbw Ravensburg und soll nur die Verbindung der internen Website mit den social media aufzeigen. Es war ein Projekt im Studiengang Mediendesign, bei dem es hauptsächlich um die grafische und konzeptionelle Umsetzung ging." So wurde es mir erklärt. Meine Texte befinden sich unter "Meinungsvielfalt" und "Geschichte". Also denn:

Die aktuelle deutsche Nationalhymne, denke ich, ist Kitsch. Einigkeit für ein ganzes Volk und Freiheit widersprechen sich, Recht und Freiheit mittlerweile auch. Recht sollte man nicht besingen, sondern verankern, wenn es gut ist und ein Volk damit nicht geknebelt wird. Liebe zu meinem Land oder "Menschenrechte" kann ich nicht besingen, sind in der Nationalhymne nicht erwähnt. Der "Glanz des Glückes" hängt in der Luft. Der Grund für ein solches Gefühl fehlt. Das verschrobene Wort "Unterpfand" kann erst recht kein Grund für ein Glücksgefühl sein. Der historische Hintergrund ist in der einen Strophe nicht erkennbar, kann nicht einmal erahnt werden. Diese "Einigkeit-Hymne" wird laufend Partei-politisch missbraucht. Des Volkes Einigkeit mit einer Partei oder unserem Schulden-Staat ist das Ziel. Das "Recht" ist der erhobene Zeigefinger dazu. Diese Hymne wird von etablierten Parteien deshalb bis aufs Blut verteidigt. Sie ist Opium für das Volk zwecks Macht-Erhalt. Eine neue Hymne hat keine Chance, jemals von "oben" gefördert zu werden. Leider erkennen die meisten Bürger die Verlogenheit nicht. Sie schauen nicht so genau hin, und die geklaute Melodie ist ja auch so schööööön, ebenso wie das Wort Einigkeit, das genetische Urgefühl für Zweisamkeit.

Mittwoch, 8. September 2010

Fussball-WM-Integration übertragen auf eine kulturell patriotische Nation-Hymne


Deutschland graduiert sich
Kontakt zu micha vRhein


Ursprünglich entstand der ganz unbedenkliche Patriotismus der Fussball-WM indirekt aus einer Bild-Zeitung Kolumne auf der ersten Seite, wo nur eine Zeile der Nation-Hymne zitiert wurde, ohne den Autoren zu nennen, vielmehr wurde witzigerweise von einer "neuen Bewegung" in Deutschland gesprochen, die allerdings praktisch nur aus einer Person bestand, nämlich micha vRhein. Die eine Zeile rief eine Gesinnungs-Wende im Sinne Deutschlands hervor. - Plötzlich hieß es: "Ich liebe mein Land", so Laurenz Meyer, und nicht mehr "Ich liebe Italien, aber doch nicht Deutschland". Gelegentlich bedarf es nur eines kleinen Wind-Hauchs, und die ganze Windrichtung auf dem Ozean dreht sich. So war es auch hier. Die folgende Verschiebung auf der politischen Skala ein wenig nach rechts hat die Konservativen an die Macht gebracht, hat Bundespräsident Köhler in die Arena geholt, eine Kanzlerin Merkel ermöglicht, mit ihr nun auch den zweiten Präsidenten aus der CDU. 

Ohne ein wenig "geläuterten" kulturellen Patriotismus funktioniert Integration nicht. Das sollten besonders die beiden letzten Fussball-Weltmeisterschaften gelehrt haben. Nationales Sportereignis wurde zu einem integrierenden Kultur-Ereignis. Warum diese Ratlosigkeit in Regierungs-Parteien und SPD? Nun bin ich aber ratlos. Warum wird die Nation-Hymne nicht aufgegriffen? Sie stellt ein über Jahre überlegtes Integrations-Konzept dar, das gute, beste Deutsche Geschichte aufgreift, ohne im Hintergrund Vergangenheits-Bewältigung beiseite zu schieben. Im Gegenteil wird die einst falsche nationale Richtung förmlich wie ein Geschwür herausoperiert. 

Zur Integration muss auch die Lust zur Integration hinzukommen. Lust auf ein geläutertes Deutschland - sie entsteht, wenn Integrations-Willige hören und auch erfahren, möglichst in einer leicht geänderten Nationalhymne, dass Deutschland seine "bunten Völker" brüderlich behandelt. Einst hatte Hoffmann von Fallersleben seinen Studenten und seiner Verbindung ein brüderliches Deutschland, trotz der auseinander klaffenden Teile im Norden und Süden des Landes, emphatisch ans Herz gelegt. Mit seinem dichterischen Feuer hat Deutschland ein Integrations-Konzept in der Hand, das lediglich auf die ganz andere, über das Land verteilte Integration übertragen und umgeschrieben werden muss. 

Nicht nur den Politikern, auch der deutschen Presse lege ich dieses Konzept "emphatisch" ans Herz. Meine gelegentliche Satire sollte eigentlich kein Hindernis sein, die gewissenhaft interpretierenden Köpfe sind gefragt, nicht die Mimosen. Diese klugen "Köpfe" werden erkennen, dass eine Integration, die Deutschland stärkt, besser ist als eine lasche Integration, die "Deutschland (praktisch) abschafft" (Sarrazin). Deshalb also wurde die Nation-Hymne geschaffen. Sie stärkt das Land.

Nachtrag am 10/Sept/10

Die Behauptung "Deutschland schafft sich ab" ist falsch, provoziert lediglich. Die Fakten im Buch von Sarrazin mögen gestimmt haben, müssen aber hinsichtlich von Unterschieden in einzelnen Bundes-Ländern relativiert werden. Der nun zurückgetretene Bundes-Banker macht eine statische These publik, eine These, die dynamische Veränderungen nicht einkalkuliert. Sonst wäre die Wirkung geschwächt.

Buchveröffentlichungen zu politischen Themen sind im gewissen Sinne "statisch", werden oft von Weiter-Entwicklungen überholt. Wenn der Titel eines Buches zudem noch eine grundlegende Feststellung ist, die Veränderungen aufgrund eines Fakten-Schnittes so gut wie nicht in Betracht zieht, sind wir am eigentlichen Problem angelangt: ein Land ist niemals statisch, schon wegen des Generation-Wechsels nicht, aber auch weil neue Entwicklungen und Ideen wie in einem großen Biotop urplötzlich erscheinen und überraschen. Der Fehler: Sarrazin ist ein "Statistiker", ein statisch ausgerichteter Denker aufgrund von statistischen Belegen. Irrtümlich verfiel Sarrazin einer Feststellung-Falle "Alle soundso haben ein besonderes Gen" - obwohl das Leben Einheitlichkeit aufgemischt hat. Nicht alle Araber haben eine Kamel-Nase, sieht man eine und kommen Sprache und Habitus hinzu, ist der Araber dennoch identifiziert. Pauschale Feststellungen sind Halb-, Viertel- oder Achtel-Wahrheiten.

Der Internet-Schreibtisch vRhein verfolgt bewusst ein ganz anderes Prinzip, weit weg von Statistik, sehr nah am Ereignis, am Geschehen. Darum meine Veröffentlichungen im Internet, weil die Buchform im nächsten Moment schon wieder überholt werden kann. Mir würde ein Titel wie der hastige, statische von Sarrazin erst gar nicht in den Sinn kommen, weil nämlich zumindest ein kleines Wort fehlt: nämlich das Wort "wenn". "Deutschland schafft sich ab, wenn ..." Dann hätte ein solcher Titel nämlich ein ganz anderes Gesicht.

Deutschland schafft sich dort teilweise ab, wo Integration zu lasch ist.
Deutschland gewinnt dort an Profil, wo Integration hin zur deutschen Sprache teilweise gelingt.

Schon haben wir das Biotop, in dem sich Leben Bahn bricht, sich Gewässer von selbst reinigen, natürliche Balancen entstehen, der Entwicklung Zeit gegeben wird, sich Gleichgewichte einpendeln.

Eine rechthaberische statisch/statistische These ist zudem typisch für einen Beamten. Eine offene dynamisch orientierte These wäre typisch für einen Selbständigen. Die Beamten-These des Sarrazin, vermischt mit Vorurteilen aufgrund einer jetzt schon überholten Statistik trifft die Beamten des Staatsapparates ins Mark, weil Selbstständigkeit dort so gut wie unbekannt ist. Sarrazin sagt ihnen indirekt, wie falsch sie leben, wie schizophren - und sie bäumen sich gegen ihn auf. Nun macht Sarrazin den Schritt in die Selbständigkeit, indem er sich auf sein Steckenpferd konzentriert und den Beamten-Sessel verlässt. Logischerweise müssten ihm deshalb mit der Zeit Zweifel an seinen Thesen kommen, während die Beamtenschaft im regierenden Berlin auf den Thesen, die genau zu ihr passen, sitzen bleibt und konfus agiert.

Noch immer argumentiert der Regierung-Clan von oben herab. Immigranten sind ganz unten. Die Realität sieht aber anders aus. Viele Integrierte haben in Deutschland eigene Geschäfte, sind selbständig, sind erfolgreicher als das Gros der alteingesessenen Deutschen. Die Betonung sollte gar nicht auf Immigranten/Integrierte liegen, sondern auf Selbständigkeit oder nicht. Eine selbstständige Mittelschicht, egal welcher Herkunft, braucht das Land. Im gewissen Sinne entsteht auch dann Selbständigkeit, wenn Fachkräfte zwischen Arbeitgebern wählen können. Qualifikation, verbunden mit der deutschen Sprache, ist das Zauberwort.

Greifen wir doch das kleine Wort "wenn" auf, es stand im folgenden schon da, bevor ich diesen Nachtrag schrieb, der hiermit endet.


Wenn Deutschland seine bunten Völker brüderlich behandelt ...

dann wird die NATION-HYMNE an Bedeutung gewinnen und Immigranten animieren Anmerkung 1. Voraussetzung ist allerdings, dass sie wie eine Staats-Insignie auch angenommen wird und die "mutlose", "planlose", "erfolglose" Ratlosigkeit zum aktuellen Thema Integration ersetzt. Sie lautet:


1. Strophe HvF + micha vRhein

Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt,
wenn es seine bunten Völker
brüderlich zusammenhält!
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland geht uns über alles,
über alles in der Welt!


2. Strophe HvF + micha vRhein

Präzision und deutsches Wissen,
Finder-Geist auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten guten Klang.
Uns für Taten zu begeistern
unser ganzes Leben lang,
lernen wir von edlen Meistern
wie auf einem Studiengang.


3. Strophe HvF (Einigkeit bezieht sich nun auf
den Zusammenhalt der "bunten Völker")

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!


3. alternative Strophe HvF + micha vRhein

Freiheit, schöpferisches Leben
überall im ganzen Land!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das ehrenhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.


4. Strophe micha vRhein

Deutschland haben wir zur Seite!
Frieden will das neue Land.
Restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.


5. Strophe micha vRhein

Humboldt-Universitäten,
Sprachenschulen und Museen
werden Deutschland weiterbringen,
Ziele vor den Augen steh'n.
Jung, mit allen wachen Sinnen,
formen wir das schöne Land.
Neue Zeiten zu beginnen,
liegt in unsrer aller Hand.


6. Strophe micha vRhein

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Beethoven uns ganz gehöre,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.


7. Strophe micha vRhein

Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand.
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band.
Hohe Werte auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
wollen lernend wir erfassen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!



_______________________

Anmerkung 1

Wulff machte die Integration bereits in seiner Rede zum Amtsantritt im Juli zum Thema, als er mit dem Stichwort von der "bunten Republik Deutschland" punkten konnte. Zitat vom 1.10.10.

Schon wieder ein Präsident, der Ideen klaut, weil er nicht zitiert? Die Fassung mit den Zeilen

Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt,
wenn es seine bunten Völker
brüderlich zusammen hält

stammt vom Mai 2006. So hatte ich das Lied an das Bundespräsidialamt, BP Köhler, an Kanzlerin Merkel und an Franz Beckenbauer geschickt, mit der Bitte, doch zu überlegen, ob man der rechten Szene auf diese Weise nicht den Wind aus den Segeln nehmen könne. Sachlich reagierte nur Beckenbauer, denn daraufhin erschien ein Spot im Fernsehen: Der Ball ist "bunt" (statt "rund"). Der Spot warb um Integration und Toleranz. Die Zeile in der Nation-Hymne bestätigte ich am 27 Mai 2008 05:21 und griff sie anlässlich der Fussball-WM 2010 in einer endgültigen Fassung der Hymne auf. Eine gute "Kritik" zu dieser Zeile:

"Haben wir jetzt, ist gut" sagte der Charakter-Bühnen-Schauspieler Wolfgang Ziemssen, als ich diesem ehrwürdigen Schlaraffen auf dem jährlichen Weinfest in Wiesbaden begegnete und ihm die Strophe vorlegte. Wir sprachen auch über die Zeit des National-Sozialismus, die er als Zeitzeuge miterlebte.




Samstag, 25. April 2009

NATIONHYMNE und nicht NATIONALHYMNE DEUTSCHLAND





Bitte beachten: Die neuest Fassung der Nation-Hymne steht im Blog "Bundes-Präsident"
Siehe auch meinen Knol-Artikel.


1. Strophe HvF + micha vRhein

Deutschland, Deutschland über alles -
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat.
Jede Jahreszeit gefällt.
Von den Küsten zu den Alpen,
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!


2. Strophe HvF + micha vRhein




Präzision und deutsches Wissen,
Finder-Geist auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten guten Klang.
Uns für Taten zu begeistern
unser ganzes Leben lang,
lernen wir von edlen Meistern,
lehrt uns dieser Fest-Gesang.


3. Strophe HvF Hoffmann von Fallersleben + micha vRhein




Freiheit, schöpferisches Leben
überall im deutschen Land!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das ehrenhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.


4. Strophe micha vRhein

Deutschland haben wir zur Seite!
Frieden will das ganze Land.
Restauriert sind alte Städte,
schön der Küsten weißer Sand;
Schlösser, Burgen, Glocken, Feste,
Goethe, Dürer, Schliemann, Kant –
fast unendlich scheint die Liste,
ja, wir lieben dieses Land.


5. Strophe micha vRhein

Humboldt-Universitäten,
Sprachenschulen und Museen
werden Deutschland weiterbringen,
Ziele vor den Augen seh'n.
Jung, mit allen wachen Sinnen,
formen wir das schöne Land.
Neue Zeiten zu beginnen,
liegt in unsrer aller Hand


6. Strophe micha vRhein

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Beethoven uns ganz gehöre,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.


7. Strophe micha vRhein




Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand.
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band.
Hohe Werte auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
wollen lernend wir erfassen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!






Das Zusammenhalten Deutschlands wünschte sich Hoffmann von Fallersleben, siehe Bild, als Deutschland in Einzelstaaten zerrissen war. Das Zusammenhalten, nachdem Deutschland eine Nation geworden war, hat eine andere Bedeutung. Zum Schutz und Trutz zusammenhalten kann dann militärisch gedeutet werden.

Unter Reichspräsident Friedrich Ebert verlagerte sich das Zusammen-halten auf die ehemalige Gebiets-Umgrenzung, die Fallersleben vorgab, weil durch die Pariser Vorort-Verträge Gebiete abgetreten werden mussten. Das Deutschlandlied war dann ein intellektueller Aufstand gegen die Verträge.

Unter Hitler war das Zusammenhalten eine Verbrüderung im ausufern-den Verbrechen einer selektierenden diktatorischen Partei.

Unter Kohl/Schröder/Merkel ist das Zusammenhalten das Bemühen um den Erhalt der Grundsubstanz in einem Ausverkaufs- und Ver-schuldungs-Prozess.

Der Internet-Schreibtisch möchte das Zusammenhalten der Nation am liebsten nicht noch einmal auflegen, weil es immer Menschen sind, die zusammenhalten. Besser wäre sicherlich ein Text, der aus dem Blickwinkel der Menschen geschrieben wurde, nicht aus dem Blickwinkel einer Nation. Die Nation wird ohnehin mehr und mehr ein Integrations-Gebiet Europas. Wichtig wäre aber, gerade dann unsere Kultur zu erhalten.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, nicht mehr länger am "Zusammenhalten" Fallerslebens zu kleben und das kulturelle Profil in den Vordergrund zu stellen. Das bedeutet unter anderem: einige wenige Minaretts mögen verträglich sein, ein ganzer Windpark davon nicht.


Ich hoffe, die Hymne ist jetzt einfach und unmissverständlich genug, um der Liebe zum Land eine persönliche Chance zu geben Anmerkung1 und Anmerkung2 Die Nation-Hymne wäre nun vielleicht sogar die schönste Nationalhymne aller Länder - wenn die dritte Strophe, die jetzige Nationalhymne, nicht wäre. Das Wort "streben" darin, verbunden mit der Zeile "brüderlich mit Herz und Hand", der Begriff "Glückes Unterpfand" und die Glücks-Hudelei der beiden letzten Zeilen wollen mir innerhalb einer National-Hymne nicht so recht gefallen, innerhalb des Burschenschafts-Liedes von Fallersleben, gesehen im geschichtlichen Kontext, dagegen schon eher. Was machen wir nun? Soll die Überlegung Konsequenzen haben? Die dritte Strophe kann die jetzige Nationalhymne bleiben, sie kann aber auch neu umgedichtet werden. Am besten wird diese Entscheidung aufgeschoben. Oder?

Wenn eine Umdichtung versucht wird, dann macht es Sinn, einer fatalen Entwicklung entgegenzuwirken, die Deutschland gegenwärtig bestimmt: immer mehr Menschen verlieren ihre Freiheit, ihre Entscheidungs-Freiheit, ihre Chancen und Möglichkeiten, weil ein erpressbarer Staat die Schulden-Schleusen geöffnet hat, Unfreiheit hereinlässt, und weil Privatverschuldungen und Abhängigkeiten eklatant zugenommen haben. In diesem Sinne tausche ich mal die Strophe der Nationalhymne aus, stelle aber anheim, sie wieder hinein zu stellen, wenn es mehrheitlich gewünscht wird.

Fallersleben stellte die Freiheit an die dritte Stelle, die Umdichtung stellt sie an die erste, Kreativität in einer verbesserungs-würdigen Demokratie und im Leben eines jeden an die zweite. Die erste Zeile wird in der fünften variiert, Recht und Chancengleichheit hineingenommen. Daran fehlt es. In der ersten Zeile hätten wir die schöpferische Komponente der Deutschen, der Selbständigen, der Kreativen in Kultur, Wissenschaft, Forschung und den Künsten. In der fünften Zeile hätten wir ebenfalls eine schöpferische Komponente der Auszubildenden, Angestellten, Arbeiter, der Gewerkschaft, die des Rechtes und der Chancengleichheit bedürfen. Gut so? Das Band in der sechsten Zeile haben wir gleich zu einem "ehrenhaften Band" gemacht (im Unterschied zum einigenden Band der letzten siebten Strophe), da Arbeitgeber und Arbeitnehmer einer Harmonisierung bedürfen, damit keine Ungerechtigkeit entsteht und beide Seiten die schöpferischen Möglichkeiten der jeweils anderen anerkennen und respektieren. Auch die siebte Strophe wurde untersucht und stellt eine Änderung in den Raum Amerkung3.

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Anmerkung1 am 7/Mai/2009 0:30+1:

Vor vier Stunden erreichte mich die Email eines jungen, achtzehn-jährigen Deutschen, der sich zum Lied Gedanken machte.

1. Absatz das Wort "Profil" würd ich ersetzen. Profil sagt nichts von deutscher Heimat aus sondern is nur nen englischer Begriff -.- Ich würde z.B. Werte oderTugen oder wie das heißt^^ nehmen.

3. Absatz das Wort "neue deutsche Land" würde ich mit:
"Freiheit, schöpferisches Leben
für das deutsche Heimatland!"
Beide Anregungen sind umsetzbar. In der ersten Strophe könnte es statt "wenn sie ihr Profil behält" ebensogut heißen "wenn sie ihren Wert behält". In der dritten könnte es statt "für das neue deutsche Land" ebenfalls ohne Probleme heißen "überall im Heimatland". Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt, das in meinen Ohren missliebige Wort "für" los zu werden. "Für" kann leicht ein Wort für Menschen sein, die in Kategorien des Bekommens denken, im Widerspruch zum Schöpferischen. Und das "neue Land"? Ich hatte versucht, das Nachkriegs-Deutschland, besonders nach der Wiedervereinigung, zu umschreiben. Die Wiedervereinigung stellte jedoch einen Teil des alten Zustands wieder her. Das Neue an Deutschland ist eventuell in der zweiten Strophe schon ausreichend beschrieben mit der Zeile "ihren neuen guten Klang!".

Das Wort "Heimat" hätten wir nach der Änderung zweimal, in der ersten Strophe "geht uns unsre schöne Heimat" und dann eventuell nun noch in der dritten "überall im Heimatland", einmal "Heimat", das andere Mal "Heimatland". Obwohl ich mich gegen doppelte Begriffe normalerweise sträube, könnten sie unter dem Gesichtspunkt einer Nation-Hymne durchgehen. Die Jugend will es offenbar so, nun denn! Ich schlage vor, in dieser Anmerkung die letzte Fassung zum Vergleich festzuhalten und oben, in der fett gegebenen Endfassung, den Text entsprechend zu ändern.

Das frühere Wort "Einigkeit" wird in eine aktive Form umgewandelt, in aktives Denken, über Begritte wie Einigkeit oder Einheit hinaus, deren abstrahierter Gehalt durch die Endung "eit" zum Ausdruck kommt. Das Wort Freiheit verträgt die Abstraktion übrigens besser, da es sich um eine naturgegebene Sehnsucht handelt, die im Menschen verwurzelt ist. Einigkeit und Einheit können viel leichter als aufgezwungene Einheits-Diktatur enden. Einigkeit wird durch die Worte "überall", "alle" und "allesamt" aktiv demontriert, weil das Ziel lohnt.




überall im Heimatland!
Danach lasst uns alle streben,
allesamt mit Herz und Hand!

Unveränderte vorherige Fassung der ersten und dritten Strophe:

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
wenn sie ihr Profil behält.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!




Freiheit, schöpferisches Leben
für das neue deutsche Land!
Danach lasst uns alle streben
allesamt mit Herz und Hand!
Freiheit, Recht und Chancengleichheit
sei das ehrenhafte Band;
blüh' im Glanze unsrer Freiheit,
blühe, deutsches Vaterland.

Anmerkung2 aufgrund einer letzten Anregung:

siehe den Text dazu hier


Amerkung3 am 9/Mai/2009 9:15+1

Statt

Blühe Deutschland auf Terrassen
unsrer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

heißt es jetzt:

Wahres Deutschland auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt:
Meister bleiben unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

und nun, am 10/Mai/2009:

Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand,
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band!
Bund der Deutschen auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt:
Meister bleiben unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Und daraus wurde noch am gleichen Tag eine andere Lösung:

Und, die Heimat tief im Herzen,
reichen wir der Welt die Hand,
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das allerbeste Band



unsrer Werte. Auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
bleiben Werte unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Daraus war vorübergehend folgendes geworden:

Und, die Heimat tief im Herzen,
reichen wir der Welt die Hand,
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das allerbeste Band
unsrer Werte. Auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
bleiben Werte unvergessen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!


Und weil diese anderen Lösungen mir am nächsten Tag dann wieder nicht gefielen, kam es soeben zu einer überraschenden Gedanken-Wende, dass wir Deutschen auf der Weltbühne getrost auch lernen dürfen:

Unsre Heimat tief im Herzen
reichen wir der Welt die Hand.
Menschenrechte, Würde, Wissen
sind das einigende Band.
Hohe Werte auf Terrassen
der Geschichte dieser Welt
wollen lernend wir erfassen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Erläuterung: damit ist beispielsweise gesagt, dass wir uns gerne wieder mit den alten Griechen vertraut machen sollten, um hohe Werte aufzufrischen. Sie sind heute allesamt nahezu verloren gegangen. Diese Wende macht die siebte Strophe nun flugs zu meiner Lieblings-Strophe, wenn ich mir eine persönliche Bemerkung erlauben darf, zumal ich jetzt ein Ende des Hymnen-Marathons erkenne, welch ein Segen!

Die alte Fassung hatte ich so verteidigt:

Die siebte muss ich vielleicht etwas erläutern, in ihr steckt am meisten "Dichtung". Das Wort "Bild" bezieht sich auf das Bild von Terrassen, die von unten betrachtet werden und auf denen die Werke unserer Väter aufgestellt sind. Es sind die Meisterwerke. Damit ist klar, dass die Destruktion Hitlers auf keiner dieser Terrassen Platz hat. "Meisterwerke sie gegossen" soll die Unvergänglichkeit dieser Werke betonen. "Strahle Deutschland, strahl wie Gold" bezieht sich einerseits auf den Anblick der Terrassen mit den unvergänglichen Werken unserer schöpferischen "Väter", obwohl auch Meisterwerke von Frauen dabei sind, zum Beispiel Hildegard von Bingen und viele andere. Die letzte Zeile bezieht sich gleichzeitig auch auf die Farbe Gold in unserer Fahne. Um die letzte Zeile abzusetzen, mache ich aufgrund deiner Anregung die Interpunktion anders,

Blühe Deutschland auf Terrassen
unserer Väter! Reich das Bild:
Meisterwerke, wie gegossen!
Strahle Deutschland, strahl wie Gold!

Die Interpunktions-Änderung reichte irgendwie noch nicht. Da fiel mir heute die radikale Änderung ein. Die "Väter" wurden gestrichen, denn es sind auch "Mütter" beteiligt, wie ich selbat eigens schrieb. Da vorher in der Strophe von "Welt" gesprochen wurde, können sich die Terrassen auf die Geschichte dieser Welt beziehen, in die Deutschland eingebettet ist. Wenn wir aber die Geschichte betrachten, fällt die Nation auseinander. Die enger empfundene jeweilige "Heimat" wäre wohl ehrlicher. Die euphorische Vision Hoffmann von Fallersleben, die am Ende indirekt zu einer katastrophalen Nationalisierung mit halben Welt-Untergang geführt hat, ist nur erträglich, wenn Deutschland als Kulturland definiert wird.

Wird am Ende etwas von der Aura einer Nation weggenommen, kann die erste Strophe mit "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt" nicht mehr so gut gefallen. Die Ehrlichkeit mit sich selbst führt deshalb zu Zweifeln, weil die euphorischen visionären Zeilen Hoffmann von Fallersleben indirekt zum völligen Zusammenbruch einer übertrieben nationalistischen Nation geführt haben - und zu einem Kollaps der Weltkriegs-Gegner mit Millionen Opfern. Der einzige Trost: Deutschland wird in der Nation-Hymne als Kultur-Land beschrieben, das Eroberungs-Denken ist raus, das Nationalistische ist raus. Unter diesem Aspekt lasse ich Hoffmann von Fallersleben zu Anfang des Liedes erstmal bestehen. Mir fällt auch nichts Besseres ein.

Den Neonazis, die immer die von Hitler bevorzugte Strophe singen wollen, muss aber auch der Wind aus den Segeln genommen werden. Das geht nur, indem die Zeilen bestehen bleiben, die weiteren Veränderungen aber einen anti-nationalistischen, einen dafür kulturpatriotischen Sinn ergeben. Das Volk hing auch an den ersten beiden Zeilen. Sie wurden ihm genommen, weil unfähige deutsche Regierung immer nur kürzen können, statt etwas zu gestalten. Sie kürzten die Hymne auf artige, dem Ausland hörige Unverbindlichkeit, sie kürzten auch das Volksvermögen, bis ein Schulden-Loch entstand, von der Größe Niedersachsens etwa, nur ihre Diäten kürzten sie nicht.

Noch ein Nachtrag zur ersten Strophe, am 11/Mai/2009 22.05+1

Die erste trotzt politischen Widrigkeiten und beharrt trotzig auf einer abgesteckten Gebietsumgrenzung gegen Angriffe von außen, wie ein durch napoleonische Kriege gebranntes Kind. Innerhalb eines historischen Burschenschafts-Liedes hat dieser Nachhall seinen tiefen Sinn. Innerhalb einer Hymne ist der Text überholt, eignete sich leider dann für eine nationalistisch und militaristisch durchgeknallte Nation. Wird statt der Nation die Heimat angesprochen, dominiert der dauerhafte, ewig gültige landschaftliche Aspekt. Darauf sollte sich die Liebe zum Land beziehen, die Politik sollte draußen bleiben. Wir sehen ja, wie kurzlebig und verhängnisvoll Politik sein kann.

Dann aber sollte unsere Liebe nicht an eine Bedingung geknüpft sein wie "... wenn sie ihren Wert behält". Und wenn Werte verschleudert werden, wie es derzeitige Regierungen machen? Was dann? Keine Liebe mehr? Wir sehen also, dass auch hier ein Rest von Fallersleben, nämlich die Bedingung, eigentlich schadet. Als Alternativen stehen zur Auswahl:

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat
unter ihrem Himmelszelt.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
und in jeder Jahreszeit.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
gleich in jeder Jahreszeit.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
gleich in welcher Jahreszeit.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat
unter jedem Wetterzelt.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
selbst wenn dunkler Donner grollt.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!

vorherige Fassung:

Deutschland, Deutschland über alles!
Über alles in der Welt
geht uns unsre schöne Heimat,
wenn sie ihren Wert behält.
Von den Küsten zu den Alpen
über Flüsse, Seen erschallt:
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt!
Ich entscheide mich für die vierte meiner hier aufgeführten Alter-nativen. Darüber kann auch diskutiert werden, andere Vorschläge können jederzeit gemacht werden. Eine solche Beteiligung kann namentlich erwähnt werden, wenn sie erfolgreich war. "gleich in welcher Jahreszeit."reizt mich deshalb, weil die Jahreszeiten in Deutschland ein solches Gewicht haben, dass sie beispielsweise von Phillip Otto Runge explizit gemalt wurden. Die Jahreszeiten in Mitteleuropa sind etwas Besonderes und ganz anders als weiter nördlich oder südlich auf der Erdhalbkugel. Dementsprechend besonders sind auch die Tageszeiten. Der Morgen, den Runge gemalt hat, lässt sich mit viel Geschick und Sinn für die Natur in ganz stillen Winkeln Deutschlands möglicherweise auch heute noch beobachten. Das hektische Konsum-Deutschland sollte gelegentlich zur Natur zurückfinden und die noch verbliebenen versteckten Winkel zum "Heiligen Land" erklären. Wir verstehen jetzt, warum die erste Strophe der Nationhymne von Politik, Macht und Trotz befreit wurde.

In der zweiten Strophe macht mir die Zeile "gibt der Bildung ihren Rang" den betulichen Eindruck einer Empfehlung des Bildungs-Ministeriums an das Volk. Gut, dass ich das Manko noch rechtzeitig, heute am 14/Mai 2009, entdeckt habe. Darum ändere ich in "was auch früher schon gelang!" Die Jüngeren brauchen aber die Vorstellung, dass alles gelingen kann. Die USA bezeichnen sich als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", das gab den Einwanderern und den jeweils heranwachsenden Generationen das nötige Selbstbewusstsein. Also: auf zu neuen Ufern, "was auch früher schon gelang"!

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Nachtrag am 4/Juni/2009

Heute stellte sich die Frage, welche von den sieben Strophen bei welchen Anlässen theoretisch gesungen werden sollte. Im gleichen Moment gefiel mir die derzeitige Nationalhymne, die dritte Strophe, genau so gut wie allen, die damit zufrieden sind und sie für ausreichend halten. Aus diesem Grund bin ich manchmal nah dran, meine ganze Bemühung und die Nation-Hymne über Bord zu kippen. Im nächsten Moment halte ich sie wieder für notwendig. Das liegt an der Gewohnheit. Es ist schwer, sich innerlich umzustellen und etwas Vertrautes zu hinterfragen.

Auf jeden Fall eignet sich die siebte Strophe für alle nationalen Ereignisse im Ausland, natürlich auch im Inland. Sie ist es wert, von anderen Ländern zitiert zu werden. Sie ist das Gegenteil von Nazi-Deutschland, ein Bekenntnis auch für andere Qualität weltweit - und für alle denke ich sympathisch. Die anderen Strophen können je nach Ereignis ausgewählt werden.


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Nachtrag 19/Mai/2009


Nation-Hymne statt Nationalhymne?

Gehören die Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" zur deutschen Identität?

Die Nationalhymne der USA schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist abstrakt. Jede gesellschaftliche Gruppe kann jeweils eine andere Bedeutung hineinlegen. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Daher entstand eine Nation-Hymne mit sieben Strophen. Ob sie eines Tages angenommen wird, das weiß selbst die Unke in der Weltkugel nicht, obwohl sie sich auf Vorhersagen spezialisiert hat.

Die Nationalhymne beginnt mit den Worten "Einigkeit und Recht und Freiheit". Das historische Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben beginnt mit den Worten "Deutschland, Deutschland über alles", nicht über allem wohlgemerkt, denn der Germanistik-Professor erwartete von seinen Studenten, für die das Burschenschaft-Lied geschrieben worden war, dass sie im Kopf etwas ergänzen, zum Beispiel "Deutschland, Deutschland liebe ich über alles" oder "Deutschland, Deutschland geht mir über alles". Und um was ging es? Vor allem um die Einigkeit des zersplitterten Landes gegen Angriffe von außen, in Erinnerung an die Napoleonischen Kriege. "Einigkeit und Recht und Freiheit" hatten für den Dichter auf Helgoland eine patriotische Bedeutung, um staatliche Einheit, militärische Stärke und einen "brüderlichen" Zusammenhalt herbeizuführen. Das brüderliche Zusammenhalten zum Schutz und Trutz und das brüderliche Streben mit Herz und Hand für das Vaterland sind klare Aussagen für ein Wappnen des Landes, um zu bestehen.

1870/71 war es soweit, Frankreich wurde geschlagen. Ein milder Friede folgte. Trotzdem scheiterte Otto von Bismarck mit seiner klugen Balance-Politik schließlich an den Deutschen selbst. Sie wurden mächtig selbstbewusst. Das Deutschlandlied wurde beiseite geschoben. Das Wort "Einigkeit" reichte nicht, die Worte "Recht und Freiheit" passten nicht so recht ins Kaiserreich.

Als der Erste Weltkrieg verloren war, griffen die Demokraten der Weimarer Republik nach dem Lied. Sie wollten mit der Gebiet-Abgrenzung in der ersten Strophe "Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" gegen die Gebietsverluste aufgrund der Pariser Vorort-Verträge indirekt zu protestieren und die alte Größe Deutschland in der neuen Nationalhymne festschreiben, ein hochpolitischer und aggressiv nationaler Vorgang. So wundert es nicht, dass die Nationalsozialisten mit ihren anfänglichen Gebiets-Annektionen im Sinne einer Rückgewinnung die Herzen der Deutschen höher schlagen ließ, zumal die Versailler Verträge als ungerecht empfunden wurden und die Bürde der Reparationen Armut erzeugt hatte. Nationalhymne wurde dann nur die erste Strophe des Deutschlandliedes zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied, das heute verboten ist. Wieder, wie im Kaiserreich, war das Wort Einigkeit in der dritten Strophe überflüssig. Einigkeit erreichte Hitler durch Zwang, Konzentrationslager und Massenmorde. Die erste Strophe war nach dem Geschmack des Diktators, hier und da wurde geschrieben: "Deutschland, Deutschland über allem". Und so war es von ihm auch gemeint. Wiederum folgte ein Sieg über Frankreich. Deutschland geriet geradezu in Verzückung, Hitler wurde zum Gott, "über allem". Am Ende "triumphierte" er jedoch über den Zusammenbruch Deutschland in Schutt und Asche. Da wurde aus dem "Gott" ein Selbstmörder, der sich aller Verantwortung entzog. Viele seiner schuldbeladenen Helfer setzten sich nach Südamerika ab. Was machten die Deutschen nun mit ihrem "Deutschlandlied"?

Adenauer setzte sich gegen Theodor Heuss durch und holte alle drei Strophe aus der Schublade, denn er war es leid, im Ausland mit Heidiwitzka-Kapitän empfangen zu werden. Die beiden ersten Strophen waren mit dabei, wurden aber ein wenig "versteckt", denn zu feierlichen Anlässen wurde die dritte Strophe gesungen. Die Alliierten mochten die erste verständlicherweise nicht. Deutschland hatte zu gehorchen.

Seit dem Mauerfall und der Vereinigung von West- und Mitteldeutschland wurde die erste Strophe noch etwas mehr "versteckt", wenn auch nicht verboten, da nun ganz offiziell nur die dritte Strophe Nationalhymne wurde und daher besonderen Staats-juristischen Schutz genießt. Einigkeit und Einheit wurde inhaltlich vermengt, der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, war zufrieden. Sollten wir diese Zufriedenheit teilen?

Die Begriffe

Einigkeit und Recht und Freiheit

verwandelten sich im historischen Kontext unter den Prämissen jeweiliger Politik. Für Menschen in einem Fußball-Stadion klingen die Worte ganz anders, nämlich ihren vereinfachten Vorstellungen gemäß folgendermaßen:

1. Wir sind uns einig, Deutschland wird gegen Argentinien gewinnen
2. Recht und Freiheit sind auf unserer Seite
3. "für das deutsche Vaterland" wird als Verstärkung der Einigkeit im Stadion empfunden
4. "Blüh im Glanze dieses Glückes" ist wie eine Voraussicht auf die Größe Deutschlands im Falle eines Sieges über Argentinien, um beim Beispiel zu bleiben

Die National-Hymne, die dritte Strophe des Deutschlandliedes, ist abstrakt genug, um für ein jeweiliges Ereignis innerlich zurecht gedeutet zu werden.

Bedeutet es also, daß im Fußball-Stadion Deutschland auf Fußball reduziert wird? Das Selbstverständnis der Deutschen hüpft von Ereignis zu Ereignis, weil es im Lied selbst nicht definiert wird. Das ist das Problem. Nicht das Land steht im Mittelpunkt, sondern jeweilige Einheits-Emotionen stehen im Mittelpunkt.

Nehmen wir ein gegensätzliches Beispiel, die amerikanische Hymne. Sie schildert einen Teil der Freiheits-Geschichte der Vereinigten Staaten. Als Ereignis-Schilderung kann sie niemals in Frage gestellt werden, weil es das Ereignis tatsächlich gegeben hat, das im Rückblick das Gefühl einer freiheitlichen Nation jedesmal in gleicher Weise bestärkt. Hier werden Emotionen durch das Lied selbst erzeugt.

Die deutsche Nationalhymne dagegen wird für jeweils schon vorhandene Emotionen benutzt. Sie ist gleichzeitig abstrakt und aufgrund ihrer Begriffs-Hülsen auch schwammig, da jede gesellschaftliche Gruppe sie für sich zurecht deuten kann. Die Identität Deutschlands bleibt völlig unklar. Sie sollte in einer Nationalhymne oder Nation-Hymne jedoch zum Ausdruck kommen. Das ist nicht der Fall. Nicht einmal irgendeine Liebe zum eigenen Land kann irgendwie in der derzeitigen Nationalhymne besungen werden. Immigranten, Kinder, Schüler heben an und verstehen die politischen Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" nur vage.

Die politische Deutung dieser Begriffe verwandelt sich angesichts der neuen Schulden-Politik Deutschlands geradezu katastrophal. Nennen wir die Begriffe noch einmal: Einigkeit und Recht und Freiheit. Ist aber Einigkeit für eine Demokratie das richtige Wort. Eine Partei kann Einigkeit demonstrieren, ein demokratisches Land lebt aber gerade von der Vielfalt der Sichtweisen. Einigkeit hat immer den Stallgeruch undemokratischer Systeme und erinnert an die Penetranz erzwungener Einigkeit.

Die undemokratische Einigkeit wurde jedoch anlässlich der deutschen Einheit festgeschrieben und gerät deshalb nun in die Kitschzone, oder ins Fussballstadion, weil dort Einigkeit gegen den Angriff eines Gegners die Herzen beflügelt. Trotz der Fussballer bleibt das Wort hochpolitisch.

Nehmen wir nun die beiden Begriffe Einigkeit und Recht. Einigkeit ist eine politische Forderung, Recht das Bekenntnis eines Staates, die exekutive Gewalt ausüben zu können. Beide Begriffe kommen "von oben" auf den Bürger herab, der das schluckt und brav dahersingt, sogar zu feierlichen Anlässen möglichst getragen.

So gesehen ist die Freiheit, die angehängt ist - Einigkeit und Recht und Freiheit - die politische Freiheit eines Staates, nach alternativlosen Wahlen über den Bürger zu bestimmen und ihm geradezu Freiheiten zu nehmen. Auch hier singt der Bürger brav das, was von oben kommt, von einer Freiheit, die ihm an sehr vielen Stellen und sehr vielen Lebensbereichen genommen wurde, die eine Politklasse innehat, die sich die Freiheit herausnimmt, aufkosten der Bürger immer astronomischere Schulden zu machen, der sich die Freiheit herausnimmt und lügt, er mache es ja für kommende Generationen, ohne zu fragen, ob diese ein zubetoniertes und unfreiheitliches Deutschland auch wollen und damit einverstanden wären. Ich wette, sie wären es nicht, wenn sie eine Stimme hätten. Sie haben keine, weil es nur den Staatsanwalt, jedoch nicht den Bürgeranwalt parallel dazu gibt.

Die Nationhymne stellt nun die Freiheit, die verloren gegangenen Freiheiten der Bürger, in den Mittelpunkt, beschreibt Deutschland von seiner schönen kulturellen Seite und nimmt die Politik als gestalterischen Teil der Gesellschaft heraus. Die "Nation-Hymne", hat sieben Strophen und berücksichtigt Hoffmann von Fallersleben, wo es nur irgendwie ging. Sicherlich ist das Feuer, das ihn damals auf Helgoland beseelte, im neuen Lied erhalten geblieben. Darauf kam es an. Die Aufgabe sah ich darin, das Lied für die Ebene einer Nationalhymne umzugestalten, da diese Ebene ursprünglich mit dem Burschenschaftslied nicht beabsichtigt war.

Unter diesem Aspekt sind die Umgestaltungen der ersten drei Strophen zu betrachten. Das patriotische Feuer Hoffmann von Fallersleben kommt sicherlich zu Beginn der ersten Strophe besonders gut zum Ausdruck. Zugleich sind diese Zeilen im 20. Jahrhundert politisiert und verdorben worden. Trotzdem besteht eine Sehnsucht der Deutschen, ihre Liebe zum Land wieder singen zu dürfen, das weiß ich, das kam bei der Weltmeisterschaft in Bern zum Ausdruck. Darum habe ich dafür gesorgt, dass eine Strophe entsteht, die dieser Sehnsucht nachgibt und ein Text eingebettet ist, der die Intention Hoffmann von Fallersleben "rettet" und gleichzeitig unbedenklich ist, auch für Menschen, die gleich mit dem Wort Chauvinismus operieren. Objektiv ist gegen eine unbedenkliche Art, im Lied seine Liebe zum Land zum Ausdruck zu bringen, für jeden auf der Welt verständlich, weil es den Menschen mit ihren Heimatländern genauso geht. Also bitte nur den kulturpatriotischen Gehalt erkennen, mehr steckt in der Umgestaltung nicht drin, weder Nationalismus noch Chauvinismus, sondern eine Chance für unsere kommenden Generationen, unser Land gut zu erhalten.

Die zweite Strophe wurde immer etwas stiefmütterlich behandelt, obwohl Hoffmann von Fallersleben an den bedeutendsten Lyriker des deutschen Mittelalters, Walther von der Vogelweide, dachte und also tief in wertvolle deutsche Geschichte hinein griff. Die Strophe nenne ich mal die Burschenschaft-Strophe. Sie hat einen pädagogischen Gehalt und erinnert an den Edelmut früherer Zeiten. Edelmut ist ein Wort geworden, das in heutiger Politik und Wirtschaft fast wie ein Fremdwort wirkt. Dabei ist das Wort urdeutsch. In diese Richtung geht die Umdichtung für eine Nation-Hymne.

Die dritte Strophe und jetzige Nationalhymne wurde wegen der genannten Begriff-Hülsen zu einem Problem. Ursprünglich wollte ich sie unverändert einbetten. Aber dann würde die Chance vergeben werden, die Freiheit an den Anfang zu stellen. Sie ist der wichtigste Teil. Doch nun, nach langer Vorrede, das veränderte Lied, das übrigens in der vierten Strophe ein Zitat von Tucholsky von 1929 enthält "Ja, wir lieben dieses Land". In der siebten Strophe geschieht dann noch etwas einmaliges. Sie enthält nämlich das Bekenntnis, von hohen Werten aus Gegenwart und Geschichte der ganzen Erde lernen zu können. Die Hymne siehe oben.



Philipp Otto Runge 1777 bis 1810 Der Morgen 1808

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Nachtrag am 24/Juni/2009

Meine bisherige Fassung lautete (die heute veränderte siehe oben):

Deutscher Fleiss und deutsches Wissen,
deutscher Sport und deutscher Sang
sollen in der Welt behalten
ihren neuen guten Klang!
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang
Lässt uns alle alles meistern,
was auch früher schon gelang!

Ein Fehler in der Interpretation der originalen Strophe von Hoffmann von Fallersleben leitete ein Umdenken ein. Mein Fehler bestand darin, das Komma hinter dem Wort Klang in der vierten Zeile leider übersenen zu haben. Das Komma ist ein "Und", somit lautet der Sinngehalt der folgenden beiden Zeilen: "Und sollen uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang",
nämlich, nochmals wiederholt: Deutsche Frauen, Deutsche Treue ...

Aufmerksame Leser der Original-Strophe werden die richtige Interpretation von Anfang an erkannt haben. Ich aber war unaufmerksam. Leider, ich gebe es zu. Mit der richtigen Lese-Art strahlt diese Strophe eine immense Tiefe aus, die in die deutsche Geschichte bis in die Zeit des Minnesangs hineinreicht. Ich bin froh, meine dumme Fehldeutung gestern plötzlich erkannt zu haben.

Damit fällt die bisherige Ersatz-Strophe qualitativ ab. Sie muss durch das Original ersetzt werden. Oder aber sie wird so verbessert, dass sie als Alternative bestehen bleiben kann. Die zweite Zeile hätte ich erst einmal in diesem Sinne gerne geändert: "Deutscher Sport auf hohem Rang", Singsang ist mit der sechsten Strophe hinreichend gewürdigt. Aber wenn ich anstelle der schwachen letzten Zeile keine bessere Idee habe, lasse ich die Ersatz-Strophe unter den Tisch fallen und halte an der Original-Strophe fest.

Ausdrücklich sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Nation-Hymne offen ist. Alle Deutschen sind aufgefordert, selbst zu überlegen, Vorschläge zu machen, neu zu dichten, umzudichten, zu korrigieren, zu verbessern. Leider kamen keine Reaktionen, weil offenbar das Thema nicht aktuell oder wichtig erscheint. Der Zusammenhang zwischen fehlender deutscher Identität und fehlendem
kulturellem Patriotismus einerseits und unverantwortlichem, egoistischem Umgang mit Steuergeldern und ganzen Bevölkerungs-Schichten andererseits wird nicht gesehen. So bleibt die Sache vorerst an mir hängen. Ich wäre froh, damit zu einem Ende zu kommen.

"Was auch früher schon gelang!" schwächelt also. Welche Alternativen bieten sich an?

Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang
hören wir von alten Meistern
aus der Zeit des Minnesang - wäre eine solche Alternative. Da ich müde bin, lasse ich es vorerst dabei.


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Nachtrag am 27/Juli/2009

Am 21/Mai/2009 schrieb ich einen Brief per Email an die Präsidentin des Richard Wagner-Verbandes International e.V., Frau Prof. Eva Märtson, die jetzt den Ehrenvorsitz führt, mit der Bitte, Wolfgang Wagner diesen Brief zu übergeben. Darin empfahl ich die Nation-Hymne. Sie sei antinazistisch. Sie könnte die Verknüpfungen der Familie an Hitler lösen. Wagner sei darin erwähnt. Vielleicht wolle Wolfgang Wagner die Nation-Hymne aktiv unterstützen.

Leider erhielt ich keine Antwort. Stattdessen las ich in Wikipedia Abschnitte über den Antisemitismus Richard Wagners, die abgöttische Wagner-Verehrung Hitlers während seiner Wiener Lunger-Jahre und über seinen späteren Einfluss auf die Deutung des "Parcifal". Alles zusammen, die Ignoranz auf meine Email und der historische Zusammenhang, hat mich veranlasst, die sechste Strophe der Nation-Hymne zu ändern. Richard Wagner wurde heute heraus genommen.


Alte Version der Nation-Hymne sechste Strophe mit Wagner:

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Wagner tragend frei erklinge,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.

Neue Version der Nation-Hymne sechste Strophe ohne Wagner:

Bachs gemischte große Chöre,
Schumann, der ins Inn’re dringt,
Beethoven uns ganz gehöre,
Mozart oder Pop, singt singt!
Lasst uns musizieren, scherzen;
draußen sinkt die Abendglut,
Kinder halten Friedenskerzen,
Lichter geben Kraft und Mut.


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Idee am 10/November/2009

Die veränderte zweite Strophe hat es schwer, gegen das Vorbild im Deutschlandlied zu bestehen. Eine kleine Verbesserung wird wohl immer noch nicht ausreichen. Am Ende der zweiten Zeile fehlte ein Komma. Die letzte Zeile statt "aus der Zeit des Minnesang" vielleicht besser "lernen wir vom Minnesang". Dann sind nämlich die "alten Meister" nicht nur diejenigen aus der Zeit des Minnesang.

Deutscher Fleiß und deutsches Wissen,
deutscher Sport auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren neuen guten Klang!
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang



hören wir von alten Meistern,
lernen wir vom Minnesang.









Idee am 13/März/2010

Die zweite Strophe ist immer noch ein Problem, weil sie sich nicht separat eignet, zum Beispiel als Strophe bei sportlichen Anlässen wie Fußball. Dann stört nämlich der weite Bogen zum Minnesang, passt nicht. Das Manko entstand, weil versucht wurde Fallerslebens Idee zu "retten". Nun habe ich den Sport herausgenommen, die Stophe einfacher und vielleicht wirkungsvoller gestaltet:


Präzision und deutsches Wissen,
Finder-Geist auf hohem Rang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten guten Klang.
Uns für Taten zu begeistern
unser ganzes Leben lang,
lernen wir von edlen Meistern,
lehrt uns dieser Fest-Gesang.

Erfindergeist und Präzision sind typische deutsche Eigenschaften. Etwas besser auch, dass die Betonung des Deutschen durch dreimal "deutsche(s)" wegfallen kann. Dadurch gewinnt die erste Strophe. Und das Begeistern, das Lernen vom Edlen, das Fallersleben meinte, ist trotzdem erhalten geblieben. Also tausche ich heute die zweite Strophe aus und setze die heutige Version oben ein.